Ein frohes und gesegnetes Osterfest

Bild: Osternacht in der Nikolauskapelle 2018
Bild: Osternacht in der Nikolauskapelle 2018

 

 

Mit einem Gedicht des Priesters und Heimatdichters Peter Soemer (* 12. August 1832 in Elspe; † 4. Oktober 1902 in Büderich)  wünschen wir Ihnen ein frohes und gesegnetes Osterfest.

 

Peter Soemer beschreibt in seiner damaligen Sprache die liturgische Feier der Osternacht. 
Für uns Christen ist diese Nacht die "Nacht der Nächte", in der der Tod vernichtet wurde und der Christus allem Leben Ewigkeit verheißt.

 

Frohe Ostern!

Stiller Sabbath! Christi Grabesruh

Und seine Auferstehung feierst du,

Wie sie die ersten Christen in der Nacht

Gefeiert in geheimnisvoller Pracht.

 

Das Feuer segnend, steht im Pluvial

Der Priester mit den Dienern am Portal:

Wie neu aus Stahl und Stein die Gluth entfacht,

Ist Christus neu zum Leben auferwacht.

 

Der Festzug wallt zurück ins Gotteshaus,

Den Dreizack trägt der Diakon voraus,

Er kniet, sein Jubelruf „Licht Christi!“ schallt;

Und „Gott sein Dank!“ singt fröhlich Jung und Alt.

 

Er preist des Auferstand´nen Herrlichkeit,

Da er sein Bild, die Osterkerze weiht

Und in ihr Wachs fünf Weihrauchkörner drückt,

Weil mit fünf Wunden sich der Herr geschmückt.

 

Zwölf Prophezzieen und Gebete spricht

Der Priester bei dem neuen Kerzenlicht:

Dem Sünder sagen sie geheimnisvoll,

wie seine Seele auferstehen soll.

 

Der Taufbrunn wird geweiht und angehaucht,

die Osterkerze dreimal eingetaucht:

Dem Wasser gibt der Geist des Herrn die Kraft,

Die Gottes Bild im Menschen neu erschafft.

 

Was stellt sich hier dem Seelenauge dar?

Wir schau´n der ersten Christen weiße Schaar.

Die heute mit dem Heiland auferstand

Und aus dem Wasser stieg im Taufgewand.

 

Wir senden ihnen Grüße himmelan,

und rufen alle Auserwählten an:

Die Heil´gen sollen für uns Sünder flehn,

daß wir mit Christo geistig auferstehn.

 

Die Orgel rauscht, der Osterruf ertönt

Beim heil´gen Opfer, daß die Feier krönt:

Wie himmlischsüß das Allleluja klingt!
O selig, selig, wer es ewig singt.

 

 

Aus: Peter Soemer, Das Kirchenjahr / Druck und Verlag der Bonifacius-Druckerei, Paderborn 1887)