Osterbotschaft der UKK (von Patrick Scheiner)

Image by John Paul Edge from Pixabay
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Liebe Leser

 

In einer Zeit, in der alles unsicher geworden scheint und in der wir seit Wochen unsere gewohnten Lebensumstände ändern mussten, folgt das höchste Fest der Christenheit. Ostern wird dieses Jahr anders sein als wir es gewohnt sind. Dazu kommen viele Fragen, Unsicherheiten und Ängste. Wie geht es wohl weiter nach dieser Krise?

 

Wenn wir den Leidensweg Jesu betrachten, war auch er in einer schlimmen Situation. Auch er ging der Dunkelheit entgegen und nahm für uns das schwerste Leid auf sich. In seiner Auferstehung aber zeigt er uns, dass nach dem Leiden das Licht folgt, welches jede Dunkelheit erhellt und uns neue Hoffnung schenkt. Ja, wir können gewiss sein, in Gott überwinden wir jede Krise und das Licht der Auferstehung wird auch uns wieder leuchten.

 

Im Moment quälen uns Fragen, plagen uns Ängste. Diese überschatten die frohe Botschaft von Ostern. Viel mehr noch – Ostern wird dieses Jahr ganz anders. Familien können sich nicht treffen, die Kirchen bleiben leer und die Osterfreude scheint nicht die zu sein, die uns vertraut ist. Und dennoch sagt uns Ostern:“Freuet euch — Christus ist auferstanden!“

Doch wie sollen wir uns in Anbetracht der jetzigen Situation freuen?

 

Unsere Freude beginnt dort, wo wir Hoffnung und Vertrauen haben. Dies führt uns zu einem anderen Blickwinkel der momentanen Situation. Hoffen wir also, dass sich die Situation bald ändern wird und vertrauen wir darauf, dass Gott uns aus der Dunkelheit wieder zum Licht führt. Und wie wäre es, wenn wir aus dieser Situation lernen und die Welt danach weniger materialistisch, weniger leistungsorientiert und wieder etwas menschlicher würde? Vielleicht bin ich ein Träumer, doch ich gebe die Hoffnung nicht auf. Denn Gott kann auf krummen Zeilen grade schreiben.

 

Wenn aus Profitgier der Wunsch zum Teilen erweckt wird, wenn aus Konkurrenzdenken ein Miteinander entsteht und wo Hass sich in Liebe verwandelt, dann wird aus dem Osterruf „Christus ist auferstanden“ nicht bloß ein reines Lippenbekenntnis, sondern ein Bekenntnis des Herzens. Dann leuchtet allen Menschen dieses Osterlicht! Geben wir also diese österliche Hoffnung weiter und begeben uns nicht in eine Stimmung des allgemeinen Pessimismus.

 

In diesem Sinne wünsche ich euch allen ein gesegnetes und frohes Osterfest und uns allen, dass wir auch und gerade in diesen schwierigen Zeiten den Mut, den Glauben und die Hoffnung nicht verlieren.

 

Ich möchte mit einem Gebet enden:

 

Gütiger Gott wir bitten dich, nimm unsere Ängste, Sorgen und Nöte von uns. Verwandle sie in Mut, Hoffnung und Vertrauen. Führe uns aus jeder Dunkelheit zu deinem Licht und lass uns an deiner Auferstehung teilhaben, damit in uns aufersteht, was begraben ist. Erwecke in uns die Liebe füreinander und stärke uns in allem Leiden. Erneuere uns und diese zerbrochene Welt, dass wir dich mit frohem Herzen loben durch Jesus Christus, deinen Sohn unseren Herrn. Amen

 

 

Christus ist auferstanden – er ist wahrhaftig auferstanden!

 

Euer

 

Patrick Scheiner

 

(Pastor in Zürich, Bischofsvikar für die Schweiz)