Gedenken - Gedanken zum 3. Oktober

Diese alten Bilder habe ich 1987 in Berlin gemacht. Ich war damals 17 Jahre alt und an eine deutsche Einheit oder ein Verschwinden der Mauer war nicht zu denken.

Die Stimmung und das Gefühl, dass ich hatte, als wir über die Transitstrecke fuhren und dann in diesem "eingemauerten" Berlin ankamen war bedrückend und für mich auch beängstigend.

Niemand konnte wissen, was damals auf der anderen Seite der Mauer passierte. Wir wussten von Repressalien, Planwirtschaft, Stasi und Stasi-Methoden, aber eine innere Unruhe und Sorge um das eigene Leben in dieser eingeschlossenen westlichen Stadt war trotzdem latent vorhanden.

 

Als 1989 die Mauer fiel, war das unglaublich. Plötzlich konnten sich alle frei bewegen. Viele Menschen waren glücklich über die gewonnene Freiheit und das Ende einer diktatorischen Herrschaft. - Schließlich hatte diese Mauer, -diese Grenze - Opfer gefordert. Opfer bis zum Tod.

 

Es macht mich heute traurig, wenn ich sehe, wie viel Unmut und Unzufriedenheit herrscht und wie viele Menschen wieder nach diktatorischen Strukturen, nach Gewalt und Unterdrückung rufen, um ihre eigenen Ideologien durchzusetzen und andere Menschen zu schikanieren.

 

Ist es zu viel verlangt, ein friedliches Miteinander oder wenigstens Nebeneinander zu wünschen?

Ich möchte KEINE Mauer mehr haben. Weder in Berlin, noch in Amerika oder in unseren Köpfen!