Image by Karl-Michael Soemer
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Wort zum Sonntag am 1. Adventssonntag

  

365 Tage Not 

 

Heute am 01. Advent beginnt der weihnachtliche Festkreis. Nicht nur in der Kirche. Auch im Handel und in den Medien. Bei Letzteren noch einmal ganz besonders. Weihnachten da sitzt der Geldbeutel immer etwas lockerer. Die Bereitschaft zu schenken und zu spenden ist vor dem Fest von Christi Geburt mehr denn je vorhanden. Im Fernsehen laufen auf den verschiedenen Sendern Wohltätigkeitssendungen für Arme, Obdachlose und Kranke. Es ist nicht so, als ob ich diese meist sehr herzerweichende Shows infrage stelle. Immerhin kommt über diese Formate viel Geld für Menschen in Not zusammen, was auch sehr begrüßenswert ist. 
Nur eines darf hier nicht vergessen werden. Das Menschen auf der Strasse leben, das Menschen schwer krank sind, das Menschen notleidend sind, ist nicht nur an Weihnachten der Fall !
Von daher sollten die sogenannten Spendierhosen nicht nur zur Weihnachtszeit sondern auch ausserhalb dieses Zeitraums angezogen werden, um Menschen in Not zu schützen.
Es dürfen nicht alleine Beiträge in den Medien sein, die uns an Weihnachten sagen, dass wenn die 10 jährige Tochter das neueste I Phone bekommt vielleicht noch 5 Euro für einen guten Zweck an eine caritative Einrichtung gehen können. Einen "Noteuro der Nächstenliebe" kann jeder durchaus einmal im Monat einer sozialen Initiative, die sich für Notleidende einsetzt geben. 
Dies soll keine Belehrung sein. Wenn ein Geistlicher mit dem erhobenen Zeigefinger auf der Kanzel steht, um daran zu erinnern, was falsch und richtig ist, weckt das eher die Bereitschaft den Rückwärtsgang einzulegen und das Haus Gottes zu verlassen. Mir liegt das Belehren auch fern. Vielmehr soll Kirche Motor des guten Handeln und Denkens sein. Selbst soll sie mit guten Taten vorangehen und die Gesellschaft mit der Bereitschaft zur Wohltätigkeit anstecken. 
Kirche ist jene, die Denkanstöße und Alternativen für die Lösungen der Weltprobleme geben soll. 
Im heutigen  Evangelium ist von der Ankunft des Menschensohnes die Rede. Jener Menschensohn, der Sohn Gottes kam auf diese Welt, um zu geben. Er gab Liebe, er gab Hilfe und opferte sich letztendlich für unsere Sünden. 
Schauen wir nicht einzig und allein in den vor uns liegenden 24 Tagen, bis wir seine Ankunft auf der Erde feiern darauf unsere Hilfe für Menschen in Not jetzt unter Beweis zu stellen, sondern bedenken wir, dass es notleidende Personen 365 Tage im Jahr gibt, die täglich unserer Hilfe - bereits vor unseren Haustüren befindlich- bedürfen. 
Heute ist ebenfalls Welt-Aids-Tag. Zeigen wir uns solidarisch mit jenen, die an der unheilbaren Krankheit leiden und mit jenen, die auf ihre Erlösung von ihrem Leiden auf den Menschensohn, den Messias warten, der sie zu einer Stunde erlöst, wenn keiner mit ihm ihm rechnet. 
Möchten wir aber unseren Erlöser im Gebet darum bitten, der Medizin den Durchbruch zu schenken, dessen Ergebnis die Heilung dieser schrecklichen Krankheit ist.  Amen. 
Ihr Diakon
Carsten Kempen