Sakramentenverständnis in der Unabhängig-katholischen Kirche

Die Unabhängig-katholische Kirche kennt 7 Sakramente.

 

Damit lebt und wirkt sie in katholischer Tradition.  Alle Sakramente werden so vollzogen, wie sie die Kirche immer vollzog. Grundlage dafür ist das Rituale Romanum.

 

Wir spenden die Sakramente in rechter Intention und Würde, angesichts und bedacht ihrer Heiligkeit.

 

Wir verkaufen keine Sakramente. Gottes Zuwendung und sein Heil sind nicht käuflich!

 

In den Sakramenten wirkt Christus selbst. Die Kirche ist nur zur Ausspendung der Sakramente "bestellt" und handelt somit im Auftrag und im Namen Jesu.

 

Zu jedem Sakrament gehört ein äußeres Zeichen, durch das eine bestimmte innere Gnade angedeutet und mitgeteilt wird. Diese heiligen, gnadenspendenden Zeichen sind nach katholischer Lehre von Jesus Christus selbst eingesetzt.

Einige Sakramente, wie die Taufe, die Firmung und die Weihe, prägen der empfangenden Person ein unauslöschliches Merkmal ein. Daher können diese Sakramente nur einmal empfangen werden.

 

Sie können in kurzen Texten unser Verständnis der Sakramente hier nachlesen:

 

Taufe

Die Taufe ist Grundlage für das christliche Leben. Sie ist das Eingangstor zum Leben im Geist und damit auch zu den anderen Sakramenten.
Wir kennen die Kindstaufe und die Erwachsenentaufe.
Die Taufe wird im Regelfall durch den Bischof, einen Priester oder einen Diakon gespendet.
Die Taufe geschieht durch Übergießen oder Untertauchen des Täuflings mit Wasser. Dazu spricht der Taufspender:
"Ich taufe dich im Namen des Vaters und des Sohnes und des Hl. Geistes. Amen."
Wir kennen auch die Praxis der Nottaufe. Wenn kein ordentlicher Taufspender (s.o.) anwesend ist, kann jeder Mensch die Taufe spenden, der die Absicht hat, das tun zu wollen, was die Kirche tut, wenn sie tauft.
Diejenigen, die die Nottaufe gespendet haben, sollen ihren zuständigen Seelsorger über die Nottaufe informieren, damit diese im Taufregister erfasst werden kann.

 


Firmung

Die Firmung ist die Vollendung der Taufe. Die Firmung wird als Gabe der Kraft des Heiligen Geistes an den Gläubigen verstanden. Sie "besiegelt" das, was in der Taufe begonnen ist und was die Paten und die Eltern für den Täufling versprochen haben. Bei der Firmung kann jedoch der Firmling für sich selbst sprechen und wird dadurch in unserer Kirche religionsmündig.
Bei einer Erwachsenentaufe wird die Firmung direkt im Anschluss an die Taufe gespendet.

Ordentlicher Firmspender ist der Bischof.
Bei der Firmung wird im Gebet der Hl. Geist herabgerufen und der Bischof legt dem Firmling die Hand auf das Haupt. Der Firmling wird mit dem heiligen Chrisam gesalbt. Der Bischof spricht dabei: „Sei besiegelt durch die Gabe Gottes, den Heiligen Geist.“
Unter besonderen Umständen kann der Bischof auch einen anderen Priester mit der Aufgabe der Firmung betrauen, wenn es die Situation erfordert.

 


Buße

Alle Gläubigen sind vor allem in den Bußzeiten zum Empfang der Hl. Beichte eingeladen.

Das Bußsakrament reinigt den Menschen von seinen Sünden und stellt somit die Taufgnade wieder her.
Zur Busse gehören:

  • Gewissenserforschung
  • Reue
  • guter Vorsatz
  • Bekenntnis
  • Wiedergutmachung

Das Bußsakrament wird in unserer Kirche durch Priester und Bischöfe gespendet.
Es ist nicht erforderlich, das Bußsakrament in einem Beichtstuhl oder Beichtschrank zu empfangen. Denkbar sind Orte, an denen der Priester und der Beichtende ungestört miteinander reden können.
Die Lossprechung von den Sünden geschieht durch die sakramentale Formel:
"Gott, der barmherzige Vater, hat durch den Tod und die Auferstehung seines Sohnes die Welt mit sich versöhnt und den Heiligen Geist gesandt zur Vergebung der Sünden. Durch den Dienst der Kirche schenke er dir Verzeihung und Frieden. So spreche ich dich los von deinen Sünden im Namen des + Vaters und des + Sohnes und des + Heiligen Geistes."

 


Eucharistie

In der Feier der Heiligen Messe, die auch Eucharistiefeier genannt wird, wird das Pascha-Mysterium, das Geheimnis der Erlösung durch Tod und Auferstehung Jesu Christi, vergegenwärtigt und gefeiert.
Wir glauben an die Realpräsenz Jesu Christi in den gestalten von Brot und Wein. Der Priester, der in "persona Christi" handelt, spricht während des Hochgebetes die Einsetzungsworte "Das ist mein Leib" und "Das ist mein Blut". Im Hochgebet geschieht die geheimnisvolle Wandlung (Transsubstantiation) der Substanz von Brot und Wein in den wahren Leib und das wahre Blut Jesu Christi.
Christus ist in diesen konsekrierten Gestalten leibhaft gegenwärtig. Deshalb werden die konsekrierten Hostien auch im Tabernakel aufbewahrt. Dort dienen sie zur Kommunion für Kranke und Sterbende, als auch zur Anbetung durch die Gläubigen.

 


Ehesakrament

Die Eheschließung findet in unserer Kirche vor einem Geistlichen statt. Der Feier der Trauung kann sowohl ein Diakon, ein Priester, als auch ein Bischof vorstehen.
Die Eheschließung zwischen zwei Christen ist ein Sakrament. Die Eheabsicht wird dabei öffentlich bekundet. Das Sakrament spenden sich die Eheleute gegenseitig. Der Geistliche assistiert den Eheleuten dabei.
Due Unabhängig-katholische Kirche hält sich dabei an die Vorgaben des Rituale Romanum.
Die Ehe als Sakrament ist auf Dauer angelegt. Zumindest, wie im Eheversprechen versprochen: "bis dass der Tod Euch scheidet".
Nach unserem Verständnis kann unter besonderen Umständen mit dem Tod auch der "Tod der Liebe" gemeint sein. Das bedeutet, wenn unüberwindbare Trennungsgründe vorliegen oder die Liebe völlig verloschen ist, ist die Ehe nach unserem Verständnis ebenfalls erloschen. In solchen Fällen ist eine Wiederheirat nicht ausgeschlossen.
In unserer Kirche ist auch die Segnung von gleichgeschlechtlichen Lebenspartnerschaften möglich und üblich. Gott ist dort, wo wahre Liebe ist, unabhängig von Geschlechtern.

 


Krankensalbung

Die Krankensalbung ist das Sakrament der Aufrichtung. Es handelt sich nicht um ein "Sakrament des Sterbens", wie es irrtümlich oft verstanden wird.
In ihr wird das heilende Wirken Jesu an den Menschen deutlich. Jesus trug seinen Jüngern auf, Kranken beizustehen und sie zu heilen. Die Jünger taten dies und verwendeten dabei als Zeichen auch ein seinerzeit übliches Mittel zur Wundheilung, die Salbung mit Öl.
In der Unabhängig-katholischen Kirche kann die Krankensalbung auch durch einen Diakon gespendet werden, denn der diakonale Dienst sieht in erster Linie die Fürsorge für die armen, schwachen und kranken Menschen vor. Um die Einheit der praktischen Arbeit nicht vom sakramentalen Handeln zu trennen, hat der Diakon in unserer Kirche bei seiner Weihe die Vollmacht zur Krankensalbung erhalten.

 


Weihesakrament

Das Sakrament der Weihe oder Sakrament der Ordination (lateinisch ordinatio, „Aufnahme in den jeweiligen ordo“), ist das Sakrament, durch das der Geweihte eine Sendung und Vollmacht erhält, im Namen Christi für die Kirche zu handeln.

Die eigentliche (sakramentale) Weihe umfasst drei geordnete Stufen: den Diakonat (Diakonenweihe), den Presbyterat (Priesterweihe) und den Episkopat (Bischofsweihe), wobei nur in letzterem als höchster Weihestufe die Fülle des Sakraments vereint ist.
Die Unabhängig-katholische Kirche kennt auch die neideren Weihen, bei denen der Kandidat für den geistlichen Dienst langsam immer weiter in den Dienst der Kirche hineinwächst. Somit haben wir 7 Weihestufen.

Eine Weihe gilt dann gültig und als Sakrament vollzogen, wenn alle notwendigen Voraussetzungen gegeben sind: Der spendende Bischof muss in apostolischer Sukzession stehend von Christus mit dem Auftrag ausgestattet sein, das Sakrament zu spenden.

Der Empfänger muss getauft  sein, wir erkennen auch die Weihe einer Frau als gültig an, vollziehen diese Praxis derzeit jedoch nicht. Ferner muss der Empfänger von der Kirche in dieses Amt berufen und dazu geeignet sein.

Unsere Kirche kennt keinen Pflichtzölibat. Unsere Seelsorger können und dürfen alle verheiratet oder verpartnert sein.
Sollte ein Seelsorger aber für sich die Lebensform des Zölibates wählen wollen, so ist dies sowohl auf Zeit, als auch auf Dauer möglich.
Zentrale, nach außen sichtbare Handlung der Weihespendung ist die Handauflegung und das Weihegebet des Spenders. Die Tradition der Handauflegung ist seit der Urkirche belegt und findet sich bereits in den Briefen des Neuen Testaments (2 Tim 1,6).