Image by Dimitris Vetsikas from Pixabay
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Wort zum Sonntag für den 5. Sonntag der Fastenzeit

  

 

 

Freud und Leid sind nah beieinander

 Diese Aussage, wie ich sie in der Überschrift verwandt habe, kennen die meisten von uns. Aber diese Aussage ist keine dahergesagte Floskel. In ihr steckt eine große Portion Wahrheit. Jetzt, wo die Pflege von sozialen Kontakten weitere Einschränkungen erfahren hat, um der Ausbreitung des Coronavirus entgegen zu treten, baue ich wieder Kontakte zu Menschen auf, mit denen ich seit über zwei Jahrzehnten teilweise keinen Kontakt mehr hatte. 

So schmerzhaft auch der Verzicht auf das Treffen mit Freunden oder Familie ist, umso tröstender ist der menschliche  Zusammenhalt, den ich erfahren darf. Besonders jetzt in der Krise, sind wir uns alle nah. Soll das auch bitte so bleiben, wenn irgendwann wieder Normalität in unseren Alltag eingekehrt ist. 
Was ich uns wünsche ist, dass wir nicht in Verzweiflung verfallen. Was ich uns wünsche ist, dass wir die Hoffnung auf eine Wende nicht verlieren. Was ich uns wünsche ist, dass wir Pläne für die Zeit nach der Pandemie schmieden. So verabrede ich mich mit den Menschen, die ich sehr lang nicht mehr zu Gesicht bekommen habe auf einen Kaffee, sobald die sozialen Kontakte wieder unbehindert möglich sind und die Cafes,  Restaurant sowie Bars ihre Türen wieder öffnen können. 
Das eine Reise nach Wien endlich einmal stattfindet ist mein Plan. Bisher habe ich immer nur davon gesprochen die österreichische Hauptstadt zu besuchen. Nach Corona mach ich diesbezüglich ernst 🙂.
An all dem lässt sich erleben, dass Freud und Leid nah beieinander liegen. Das heutige Evangelium ist der beste Beweis dafür. Es herrscht große Trauer über den Tod des Lazarus. Jesus erweckte Lazarus zum Leben. Die, die vorher nicht an Christus glaubten, kamen durch dieses Wunder des Messias zum Glauben an ihn. 
Sicherlich wird nach der Auferstehung des Lazarus eine große Freude darüber bestanden haben, dass er wieder unter den Lebenden ist, auch wenn die heilige Schrift dazu nichts sagt. 
So wie Jesus den Toten zum Leben erweckte und die Trauer der Menschen verblassen ließ, wird er uns auch wieder in eine Zeit führen, in der wir unser Leben mit Leichtigkeit, Freude und Uneingeschränktheit leben können, wenn auch hoffentlich im positiven Sinne gesehen anders als zuvor. 
Ihr/Euer
Diakon Carsten Kempen