Grünes Messgewand
Grünes Messgewand

Wort zum Sonntag für den 15.11.2020 

 

Keine Zeit zum fürchten

 

Wir Christen sind die Herde von Jesus Christus. Ihm können wir voller Vertrauen folgen. 
Nun stellen wir uns jenes Mitglied der Herde vor, das sich von der Herde trennt, von ihr wegläuft und statt Gutes Böses tut. Ist es das dann der, der wie es im heutigen Evangelium heißt derjenige, der in den Ofen kommt ?
Wird er im Ofen mit den Zähnen knirschen und heulen wie es die heilige Schrift des heutigen Tages verlautbaren lässt? 
Sicher wird es so nicht sein. Nur stellt sich nun die Frage, was uns der Text sagen will. 
Er möchte uns zum Nachdenken bringen. Können wir uns einen so grausamen Gott vorstellen ? 
Es reicht nicht aus, daß Evangelium nur zu hören. Wichtig ist es, sich mit ihm gedanklich zu befassen. 
Jesus möchte uns auch bei der heiligen Schrift des heutigen Tages dazu einladen, über sein Wort von heute nachzudenken.
Beim näheren Betrachten der heutigen biblischen Geschichte, erkenne ich den Sohn Gottes, der uns sagen möchte, dass sein Vater kein strafender Gott ist, der Menschen, die sich zu Lebzeiten auf der Erde derart schlecht verhalten haben, dafür in einen heißen Ofen gesteckt werden. 
Der Gottessohn möchte uns wissen lassen, dass wir seinen Vater nicht fürchten müssen und ein jeder von uns vor ihm gleich ist. 
Vom Wohltäter bis zum Übeltäter ist Gottes Liebe unverändert gleich.
Gott hat eine zu große Sehnsucht nach uns und möchte seine Kinder um sich scharen. Alle seine Kinder. Ohne irgendeine Ausnahme. 
Würde dieser Gott den Sünder in einen Ofen stecken ? Würde Gott, vor dem alle Menschen gleich sind, Unterschiede machen, wenn es darum geht, wer einen Platz in der ewigen Wohnung bekommt und wer nicht ? 
Gewiss nicht. Vor Gott und das möchte uns Jesus heute versichern, brauchen wir uns nicht fürchten, sowie wir uns vor seinem Sohn dem Messias nicht fürchten brauchen. 
Jetzt und in Ewigkeit. 
Amen
Ihr/Euer 
Diakon
Carsten 

 

 


Vögel an der Tränke
uschi dreiucker / pixelio.de

Wort zum Sonntag für den 8.11.2020 

 

Durst

 

Durst auf Gott.

Durst auf Hoffnung.

Durst auf Liebe.

Durst auf Frieden.

Durst auf Sicherheit.

Durst auf Geborgenheit.

Durst auf Seelenheil.

Durst auf Partnerschaft.

Durst auf Freundschaft.

Durst auf menschliche und körperliche Nähe.

Durst auf Erfolg.

Durst auf Gesundheit.

Durst auf bessere Zeiten.

Durst auf eine Zeit, wo Corona nicht mehr unseren Alltag bestimmt.

Durst auf gute und von Tiefgang begleitete Gespräche. 

Durst auf die Lösung von Problemen.

Durst auf Hoffnung.

Durst auf Einheit der Christen.

Durst auf Frieden der Religionen. 

Durst auf Verständnis 

Durst auf einen sicheren Arbeitsplatz.

 

Ihr seht, wieviel Durst es gibt und ich bin mir sicher, dass sich die Durstarten noch lange fortsetzen lassen können. 

 

Es gibt aber nur zwei Möglichkeiten, die verschiedenen Formen des Durstes zu löschen. 

 

Es sind das Gebet und wir selbst, die uns als dust löschende Quellen zur Verfügung stehen. 

 

Dieses Wort zum Sonntag basiert auf einen Kehrvers der heutigen ersten Lesung, in dem es heißt:

 

"Meine Seele dürstet nach Dir, mein Gott".

 

Euer 

 

Diakon 

 

Carsten Kempen 


Blumen auf dem Firdhof
Bild von Karl-Michael Soemer (Sowjetischer Friedhof Stukenbrock)

Wort zum 1.11.2020 - Allerheiligen - Allerseelen

 

Friedhofsbalsam

 

Wenn ich an das Fest Allerheiligen denke, gehe ich in Gedanken in meine Zeit als Messdiener zurück.
Zwischen 1987 bis 1997, habe ich meinen Dienst als Ministrant an St. Mariä Himmelfahrt in Herzogenrath versehen und war laut Aussage meines Heimatpfarrers Domkapitular Ewald Fuhren sein fleißigster Messdiener. 
Seit 20 Jahren lebt er nicht mehr, aber es wird ihn sicherlich freuen zu sehen, dass ich ständiger Diakon geworden bin. Die Weihe meines Messdienerleiters zum ständigen Diakon im Jahre 1996, hatte er noch erlebt.
Immer wenn das Hochamt an Allerheiligen beendet war, wurde das Priestergrab, das sich auf dem Pfarrhof unserer Gemeinde befindet, gesegnet. Anschließend zogen wir mit einer Prozession zum nahe gelegenen Friedhof, wo weitere Gräbersegnungen stattfanden. 
Die Gräbersegnung führte Domkapitular Fuhren immer mit mir alleine durch und es war mir eine Ehre ihm dabei zu assistieren. Oft regnete es an dem ersten Tag im November, wenn die Gräbersegnung stattfand. Wir haben uns bei diesem Gang immer über meine Tätigkeit in der Kirche und mein damaliges Interesse am Priesterberuf unterhalten. 
Heute gehe ich als ständiger Diakon über den Friedhof und segne die Gräber. Auch im Regen vollziehe ich die Segnungen und denke an die alte Zeit zurück.
Wenn Ihr heute an Allerheiligen über den Friedhof geht, dann lade ich Euch dazu ein, inne zu halten und sich an das zu erinnern, was ihr an schönen aber auch nicht so angenehmen Erinnerungen mit dem Fest Allerheiligen verbindet.
Bei der Ruhe, die auf den Friedhöfen herrscht, könnt Ihr im Gespräch mit Gott Euren Dank für alles Gute, was Ihr mit Allerheiligen verbindet, zum Ausdruck bringen. 
Ebenso seid Ihr dazu eingeladen, bei dieser Gelegenheit jeden gedanklichen oder emotionalen Ballast an unseren Vater im Himmel abzugeben, wenn Ihr an den weltlichen Ruhestätten unserer Verstorbenen entlang geht. 
Es gibt immer einen, der sich mit Euch freut und mit Euch leidet. Es ist der Vater im Himmel, den wir durch und über seinen Sohn Jesus Christus ansprechen. 
Euer Diakon 
Carsten Kempen 

Township in Windhoek
Bild von Alex S. auf Pixabay

Wort zum 30. Sonntag im Jahreskreis

 

Sie ist da...

 

Sie ist da, die zweite Welle des Coranavirus. 
Sie ist da, die Einkehr des Herbstes. 
Sie ist da, die Jahreszeit, wo Obdachlose verstärkt Schutz vor dem Regen suchen. 
Sie ist da, die Zeit, wo es wieder aufgrund der Pandemie an der Zeit ist, die Hoffnung auf eine Welt nach Covid 19 nicht aufzugeben. 
Sie ist da, die Zeit, um unseren Mitmenschen und uns Hoffnung auf bessere Zeiten zu schenken. 
Sie ist da, die Zeit, seinen Nächsten so zu lieben wie sich selbst. 
Ihr/Euer 
Diakon 
Carsten Kempen 

Township in Windhoek
Bild von Enrique Meseguer auf Pixabay

Wort zum 29. Sonntag im Jahreskreis

 

Die Versuchung genießen, aber auch wissen, sie ablehnen zu dürfen

 

Genieße die Versuchung, ein leckeres Pils zu trinken.
Genieße die Versuchung, ein Wiener Schnitzel zu essen.
Genieße die Versuchung, Zärtlichkeit zu empfangen und zu schenken.
Genieße die Versuchung  Dir einen Traum zu erfüllen.
Genieße die Versuchung, zum Rhythmus des Lebens und der Musik zu tanzen.
Lehne es für Dich ab, wenn die Versuchung Dir sagt, Gewalt anzuwenden.
Schicke die Versuchung in die ewigen Jagdgründe, wenn sie Dir sagt, Du sollst Dich für das Schicksal Deines nächsten nicht interessieren.
Lasse Dich auf einen Dialog mit der Versuchung ein, wenn sie Dir sagt, dass Du verschwenderisch Leben sollst, um ihr zu sagen, dass Du dies nicht machst. 
Verjage die Versuchung, wenn sie Dich in einen Fehler treiben möchte, der langfristig gesehen erhebliche Folgen nach sich zieht. 
Auch Jesus hat sich wie es im heutigen Evangelium zu lesen ist, nicht in Versuchung führen lassen und ihn können wir allzeit darum bitten, dass er uns davor beschützt, nicht in Versuchung geführt zu werden.
Ihr/ Euer 
Diakon 
Carsten Kempen 

Township in Windhoek
Image by kuloser from Pixabay

Wort zum 28. Sonntag im Jahreskreis

 

Falsche Berufung und wahre Auserwählung

Wenn ich eines in Südafrika am meisten schätze ist es die Gelassenheit, Freundlichkeit und Herzlichkeit der schwarzen Bevölkerung des Landes.
Trotz der schlimmen Erinnerungen an die Rassentrennung, die in dem Land bis 1990 stattfand, erlebe ich die Schwarzen als lebensfroh, sehr gläubig und hoffnungsvolle Menschen, die positiv nach vorne schauen, auch wenn sie in den Armenvierteln leben, in denen es ihnen an Arbeit, Bildung oder einer menschenwürdigen Unterkunft fehlt. 
In Südafrika gibt es viele Politiker, die den Menschen in den Townships bei jeder Parlamentswahl oder Wahl zum Rat der Stadt Verbesserungen hinsichtlich ihrer Lebensqualität versprechen. Für den Zeitraum des Wahlkampfes fühlen sich die Volksvertreter dazu berufen, aus den Elendsvierteln blühende Landschaften zu machen. Nach den Wahlen bleibt alles wie es ist und die Versprechen werden nicht eingehalten. 
Jeder aber, der sich dem Schicksal der Menschen im Township annimmt, sich vor Ort, mittendrin im Elend für Wohnungen, in denen die Townshipbewohner würdevoll leben können einsetzt und deren Bau realisiert, sich für den gleichberechtigten Zugang zu allen Schulen, Hochschulen und betrieblichen Ausbildungen sowie den unbeschwerten Zugang zum Arbeitsmarkt von ganzem Herzen einsetzt, der ist von Gott auserwählt, die helfende Hand zu sein, deren Unterstützung die Menschen vor Ort brauchen. 
Ihr/Euer
Diakon 
Carsten Kempen 

Bild: Eigentum der UKK
Bild: Eigentum der UKK

Wort zum 27. Sonntag im Jahreskreis

 

Die Früchte der Arbeit 
An diesem Sonntag gedenken wir des heiligen Franz von Assisi, dem Gründer des Franziskanerordens. 
Außerdem danken wir Gott für eine gute Ernte auf den Feldern/Wein und Obststöcken.
Franz von Assisi verzichtete auf ein Leben im Wohlstand. Er verschrieb sich der Begleitung der Armen und Kranken. 
Diese Tradition der Nächstenliebe, setzt sich bis heute in den franziskanischen Gemeinschaften fort. 
Nichts ist selbstverständlich. Auch die guten Früchte einer Ernte nicht. Wenn man sich im Internet über das Ergebnis der diesjährigen Ernte erkundigt, können wir auf gute Nachrichten blicken, was auf eine zufriedenstellende Ernte hinweist. 
Die Arbeit des heiligen Franziskus trägt bis heute Früchte, was wir daran sehen, dass Schwestern und Brüder des Franziskanerordens sich bis heute der Seelsorge von armen sowie kranken Menschen widmen. 
Das die Arbeit der Bauern Früchte trägt, erkennen wir an der guten Ernte von 2020. Tag für Tag stehen die Landwirte dafür auf, ihre Felder zu bestellen und zu pflegen, damit jede Ernte zu einem Erfolg führt. Und dieser Tätigkeit widmen sie sich schon seit Jahrtausenden. 
Was immer Ihr, was immer Du beruflich macht/machst, lasst Eure/lassen Sie Ihre Arbeit Früchte tragen. Für Eure und Ihre Mitmenschen.
Ihr/Euer 
Diakon 
Carsten Kempen 

Bild: Karl-Michael Soemer
Bild: Karl-Michael Soemer

Wort zum 26. Sonntag im Jahreskreis

 

Sich der Not widmen
In jedem Armen und in jedem Kranken, sieht man den mittellosen und erkrankten Jesus Christus.
Als seine Geschwister sind wir aufgerufen unsere Geschwister in Not zu begleiten. Sei es durch Sach oder Geldspenden, Gespräche. etc.
Der heilige Vinzenz von Paul, dem die katholische Kirche heute gedenkt, war ein Priester, der sehr bescheiden lebte und sich der Fürsorge von notleidenden Menschen widmete. 
Lassen Sie uns gemeinsam gutes tun, sowie es Vinzenz von Paul uns vorgemacht hat. 
Ihr/ Euer 
Diakon 
Carsten Kempen

Image by Gerd Altmann from Pixabay
Image by Gerd Altmann from Pixabay

Wort zum 25. Sonntag im Jahreskreis

 

Das Ende der Unterschiede
Wir Menschen neigen sehr dazu unsere Mitmenschen unterschiedlich zu behandeln. Mal tun wir das sehr bewusst, mal geschieht dies auch eher unbewusst. 
Natürlich sind die Unterschiede, die wir in Bezug auf den Umgang mit unseren Schwestern sowie Brüdern machen notwendig, weil sich anderenfalls Dinge in die falsche Richtung bewegen. 
Bei einem sollten wir aber keine Unterschiede an den Tag legen. Auch wenn dies unter bestimmten Voraussetzungen eine große Herausforderung an uns stellt. 
Es ist die Nächstenliebe, bei der wir alle, so schwer das auch manchmal sein mag, aufgerufen sind, diese zu leben. 
Egal ob gegenüber jung und alt. Egal ob gegenüber reich und arm. Egal ob über Christ, Moslem oder Jude. Egal ob gegenüber Freund und Feind. Egal ob gegenüber gesunden und kranken Menschen. 
Im heutigen Evangelium heißt es in einem Kommentar zur heiligen Schrift, dass Gott gerecht ist. Daran glaube ich und ich glaube daran, dass es uns im Glauben an ihm, der uns vereint gelingt, mit viel Gerechtigkeit in uns unsere Nächstenliebe am Nächsten zu praktizieren. 
Ihr/Euer 
Diakon 
Carsten Kempen 

Image by Diana de Weert from Pixabay
Image by Diana de Weert from Pixabay

Wort zum 23. Sonntag im Jahreskreis

 

Passion im Sommer.
Lasse diesen Kelch an mir vorübergehen dachte sich der Wiener Tatortkommissar Moritz Eisner, als er bei einer Wanderung den Jesusdarsteller, der getötet wurde, indem seine Mörder ihn selber ans Kreuz geschlagen hatten, auffand. Die von der österreichischen Schauspielerin Sophie Rois gespielte Kriminalbeamtin, die vor Ort die Ermittlungen führte, stellte innerhalb des Krimis Maria Magdalena in einer sehr herabwürdigen Weise im volltrunkenen Zustand dar.
Besagter Tatort, der den Titel Passion trug und im Sommer 2000 von der ARD ausgestrahlt wurde, erhitzte die Gemüter, weil viele Menschen sich in ihren religiösen Gefühlen verletzt fühlten, was auch gut nachvollziehbar war. 
Auch ich gehörte zu jenen, die die hier genannten Szenen als Christ schmerzhaft berührten. 
Als nach 90 Minuten das Verbrechen aufgeklärt war und der Abspann lief, sass bei mir die Wut und der Ärger über das Gesehene tief. 
Nur wie damit fertig werden, war die Frage, die ich mir stellte und ich las das Evangelium des heutigen Sonntags, wo Jesus sagt, dass man nicht siebenmal sondern siebzigmal siebenmal jenen, die gesündigt haben, verzeihen soll. 
Jetzt werden Sie, werdet Ihr Euch fragen, was der Sohn Gottes damit gemeint hat. 
Verzeihen ist wie ein Muskelaufbautraining. Von einer Übung auf dem Trimmpfad, baue ich keine vorzeigbare Muskulatur auf. Gehe ich aber regelmäßig zum Sport, dann verändert sich sichtbar mein Muskelaufbau. 
So ähnlich ist es mit dem Verzeihen. Wenn mein erster Versuch gescheitert ist, jemanden zu verzeihen, dann versuche ich es wieder und wieder, wenn es mein fester Entschluss ist, vergeben zu wollen. Selbst auf die Gefahr hin, daß ich das Vergeben in mehreren Übungseinheiten probiere. 
Auch ich konnte auf Anhieb den Produzenten, dem Sender und den Darstellern des Films nicht verzeihen. Aber auf dem Trimmdichpfad der Verzeihung ist es mit mir durch mehrfache Wiederholungen der Verzeihungsübungen gelungen, dem Personenkreis zu vergeben, dem ich vergeben wollte. 
Übung macht nicht nur den Meister. Sie macht auch den Verzeiher.
Ihr/ Euer 
Diakon 
Carsten Kempen 

Image by Med Ahabchane from Pixabay
Image by Med Ahabchane from Pixabay

Wort zum 22. Sonntag im Jahreskreis

 

Einsicht, Nachsicht oder übe Dich in Geduld.
Das ich Fehler mache..... Ausgeschlossen. Fehler machen nur die anderen. Selbstverliebte Menschen und Perfektionisten behaupten dies oft. 
Zum Streit tragen immer alle Beteiligten ihren Anteil bei. Der eine mehr und der andere weniger. Der hat doch angefangen zu streiten. Ich habe keinen Anlass zum Streit gegeben. Die Aussage kennen wir aus dem Alltag nur all zu gut. 
Menschenkind. Der geht mir heute auf den Geist. Erzählt immer das Gleiche und macht Witze, über die er nur selber lachen kann. Situationen wie diese haben wir schon alle erlebt. 
Mut zur Einsicht. Mut zum Bekenntnis: "Du da im Spiegel, Du hast neben Deinen Stärken auch Schwächen". "Du da im Spiegel, dass ist nicht weiter tragisch, denn das macht aus Dir das, was Du bist". 
Mut zur Nachsicht. Na, komm. Du wirst auch mal älter. Und wer weiß, vielleicht erzählst Du dann auch wiederholend immer das Gleiche und vielleicht würden Deine Witze dann auch keinen Blumentopf gewinnen. 
Mut zur Geduld. In der Ruhe liegt die Kraft. Lehn Dich zurück und sei Dir im klaren darüber, daß nicht immer so heiß gegessen wird, wie es gekocht wird. 
Nutze die Geduld dazu gelassener zu werden und Dich in Verständnis zu üben, was Deine sowie die Macken Deiner Mitmenschen betrifft.
Mut zum Anstecken: Stecke Deine Umwelt mit Deinen guten Gaben der Geduld, der Einsicht und der Nachsicht an. Schon bald werden es viele sein, die Deinem Beispiel folgen werden. 
Jesus Christus hat es uns vorgemacht, sich in Einsicht, Nachsicht und Geduld zu üben. Und er wird unter Euch sein, wenn auch nur vielleicht zwei oder drei Personen da sind, die gut daran tun, geduldiger, einsichtiger und nachsichtiger durchs Leben zu gehen. 
Ihr/Euer 
Diakon 
Carsten Kempen 

Image by Free-Photos from Pixabay
Image by Free-Photos from Pixabay

Wort zum 20. Sonntag im Jahreskreis

 

Das 1. Hitwunder

 

Als die amerikanische Band Mr. Mr. das Lied: "Kryie Eleison" in den 80 er Jahren auf den Musikmarkt brachte, war dies für die Gruppe ein Riesenerfolg. Danach wurde es ruhig um die Band, aber der Song wird heute noch in den Radios gespielt. 
Vielleicht kennst Du/kennen Sie aus Deinem/ aus Ihrem Leben vergleichbare Ereignisse. Wie zum Beispiel das Kennenlernen der großen Liebe, Geburt eines Kindes, Treffen mit einer Person, mit der man eine langjährige tiefe Freundschaft pflegt, etc.
Einige von uns suchen vielleicht noch nach dieser Begegnung, mit diesem persönlichen 1 Hitwunder. 
Alleine suchen braucht keiner. Wer sich beim Suchen Gott ins Boot holt, wird fündig oder gefunden werden. 
Ihr/Euer 
Diakon 
Carsten Kempen 

Image by Free-Photos from Pixabay
Image by Free-Photos from Pixabay

Wort zum 18. Sonntag im Jahreskreis

 

Der Hunger der Kinder

 

Glücklicherweise bekommen viele Kinder auch heutzutage von ihren Eltern ein Pausenbrot geschmiert, bevor es zur Schule geht. An vielen Schulen wird auch den Kindern ein warmes Mittagessen angeboten, das durch Elternbeiträge finanziert wird. 
Auf der anderen Seite gibt es Kinder, die aus Familien stammen, die ihrem Kind, das gerne in der Frühstückspause in ein Brot beißen möchte oder sich in der Mittagszeit eine warme Mahlzeit wünscht, dies nicht ermöglichen können, weil den Eltern dafür die finanziellen Mittel fehlen. 
Es gibt aber auch Eltern, die psychisch oder körperlich krank sind und am Morgen nicht ihr Bett verlassen können, um Sorge dafür zu tragen, dass ihr Kind mit einem Brot für die Pause den Schulhof betritt. 
Als Kirche und Gesellschaft können wir helfen. Auch wir können zu einer Vermehrung von Nahrung, wie sie uns heute im Sonntagsevangelium begegnet, beitragen. 
Erfreulicherweise sind Vereine gegründet worden, die jenen Kindern ein Pausenbrot schmieren oder eine warne Mahlzeit am Tag geben, die aus den verschiedensten Gründen von ihren Eltern kein Brot für die Pause oder ein warmes Mittagessen bekommen. 
Im Internet finden Sie/findet Ihr sämtliche Vereinigungen, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, diesen Kindern zu helfen. Alles was sie brauchen sind Spenden. Jeder gibt so viel er kann. 
Lassen Sie uns gemeinsam dazu beitragen, dass Kinder nicht hungern müssen. 
Ihr/Euer 
Diakon 
Carsten Kempen 

Image by klimkin from Pixabay
Image by klimkin from Pixabay

Wort zum 17. Sonntag im Jahreskreis

 

Geben macht glücklich

 

 Etwas zu verschenken kann für den Schenker eine wahre Freude sein, wenn er das freudige Gesicht des Beschenkten sieht. So freute ich auch mich als mir heute die Bahnhofmission Köln für die Schenkung von Schutzmasken dankte, die für notleidende Menschen und Mitarbeiter des Vereins gedacht sind. 

Auch sich selber was Gutes tun, indem man sich persönlich kleine oder große Wünsche erfüllt, ist beflügelnd für die Seele. Das ist das, was uns das heutige Sonntagsevangelium sagen möchte.
Ihr/Euer 
Diakon 
Carsten Kempen 

Julian Nitzsche  / pixelio.de
Julian Nitzsche / pixelio.de

Wort zum 16. Sonntag im Jahreskreis

 

25 Jahre danach

 

Das nach Ende des zweiten Weltkrieges, gut 45 Jahre nach dessen Ende im ehemaligen Jugoslawien -in Europa- ein Krieg ausbricht, hätte niemand für möglich gehalten. 
Überlebende des zweiten Weltkrieges wie meine Großmütter oder Großtanten, sahen mit großem Entsetzen wie in Südosteuropa aus Nachbarn Feinde wurden. Wie Menschen flüchteten, da sie aus ihren Städten oder Dörfern vertrieben wurden. Oder einfach nur Schutz suchten, um nicht von Kugeln der feindlichen Armee getroffen zu werden. 
Das für viele Menschen und auch für mich schrecklichste Ereignis des Krieges auf dem Balkan war das sogenannte Masaker von Srebrenica in Bosnien, das im Juli 1995 stattfand. 
Die bosnisch-serbische Armee vergewaltigte Frauen und Mädchen. Jungen und Männer im Alter von 14 bis 78 Jahren wurden durch die Soldaten des bosnisch-serbischen Heeres von ihren Familien getrennt und später hingerichtet.
Grund für die Ermordung der männlichen Opfer war ihre muslimische Religionszugehörigkeit, die den Auftraggebern für die Tötungen ein Dorn im Auge war. 
Über 8000 Todesopfer sind zu beklagen. Viele Tote, die heute noch vereinzelt als Skelett gefunden werden, können nicht mehr identifiziert werden, was ansonsten über Röntgenbilder der Gebisse von Verstorbenen möglich ist. 
Es gibt eine Gedenkstätte am Ort des Geschehens, wo auf Grabplatten die Namen der identifizierbaren Opfer stehen. Einen Besuch dieses Ortes erachte ich genau so wichtig wie die Besichtigung des Konzentrationslagers Auschwitz. 
Im heutigen Evangelium geht es um das Thema, dass Menschen, die schlechtes tun dafür zur Rechenschaft gezogen werden und Personen, die gutes taten nach ihrem Ableben dafür belohnt werden. 
Nur glaube ich persönlich nicht an den strafenden Gott. Vielmehr glaube ich an den Gott, der alle Menschen gleich liebt, egal ob es sich bei der Person um einen Wohltäter oder einen Mörder handelt. 
Vor Gott sind alle Menschen gleich und im Paradies werden sich die Opfer des Massakers von Sebrenica und deren Peiniger in Frieden begegnen. 
Ich bitte Sie um Ihr Gebet für die Männer und Jungen, die ihr Leben beim Massaker von Srebrenica lassen mussten. Bitte schließen sie auch die Hinterbliebenen der Mordopfer in ihr Gebet ein, damit Gott sie an Tagen der Trauer und des Schmerzes tröstet. Damit Gott die Familien, die auf fürchterliche Art und Weise voneinander getrennt wurden, in ihrer ewigen Heimat durch ihn im Paradies wieder zusammengeführt werden. 
Ihr/Euer 
Diakon 
Carsten Kempen 

Image by David Mark from Pixabay
Image by David Mark from Pixabay

Wort zum 15. Sonntag im Jahreskreis

 

Kürzlich in der Bronx

 

Der Stadtbezirk Bronx ist der nördlichste Teil der Stadt New York. Einen unschönen Bekanntheitsgrad erhielt der Stadtteil durch seine hohe Kriminalitätsrate, die zwar zwischenzeitlich gesunken, aber noch nicht ganz zu Ende ist. 
Kürzlich wurde ein farbiger Mann aus einem vorbeifahrenden Auto heraus erschossen und seine Tochter im Alter von 7 Jahren musste diese schreckliche Tat mit ansehen. 
Den Anschlag auf ihren Vater überlebte das Kind ohne körperlich verletzt worden zu sein. Es lebt nun bei einem Onkel. Die seelischen Belastungen, die sich aus diesem Ereignis ergeben, sind meist oft langwieriger für den Betroffenen, als eine Kugel im Körper, die sich gut entfernen lässt. 
Am Tag der Tat sass wie jeden Tag ein Mann auf der Ecke, der den Mord am Kindesvater als Augenzeuge miterlebte. Kurz nach dem ersten von drei Schüssen forderte er das Mädchen auf um sein Leben zu rennen, was es auch tat und sich bei ihrer Familie in Sicherheit brachte.
So wie dieser Mann am Tattag draußen saß und gutes vollbrachte, indem er dem Kind das Leben rettete, so ging Jesus zu den Menschen. Er sorgte für sie und sprach zu Ihnen. Aus Liebe zu den Menschen tat er das, sowie der Mann in der Bronx das Kind dazu anhielt, sehr rasch vor den Mördern ihres Vaters davonzulaufen, was die Kleine auch tat. 
Lasst uns auch rausgehen und gutes tun. Es gibt so viele Möglichkeiten, wie und wo wir Menschen in Not auf dieser Welt beistehen können. 
Machen wir es wie Jesus Christus. 
Wir verlassen unsere Häuser und Wohnungen, von wo aus wir uns zu all jenen begeben, die unserer Hilfe, die im Namen des Herrn geschieht,  bedürfen. 
Ihr/Euer 
Diakon 
Carsten Kempen 

Image by tookapic from Pixabay
Image by tookapic from Pixabay

Wort zum 14. Sonntag im Jahreskreis

 

Übergepäck

 

Das Reisen ist wieder möglich. Auch das Fliegen. Wer kennt das nicht ? Gehetzt und gestresst erreicht man am Flughafen den Checkinschalter. Noch schnell die Bordkarte und den Personalausweis vorgezeigt und den Koffer auf die Waage gelegt. Soweit so gut, bis die Dame am Schalter sagt, dass das Gepäckstück zu schwer ist und nur gegen Zahlung einer zusätzlich, - meist hohen Gebühr - mittransportiert werden kann. 
Die Stimmung des gestressten Paares sinkt tiefer, zumal man gebeten wird, dass Gepäck umzuverteilen am besten auf einen anderen Koffer, wenn dieser dabei ist. Und als Sahnehäubchen obendrauf werden die Reisenden gebeten, sich nach Umverteilung von den Gepäckstücken hinten an der langen Schlange wieder anzustellen. 
An der Stelle, soll schon so mache Frau und auch mancher Mann das Handtuch geworfen und das Flughafengebäude wutschnaubend verlassen haben. 
Beladen mit schweren Balast sind wir von zu Zeit zu Zeit aus den verschiedensten Gründen alle einmal. Trauer, Liebeskummer, Krankheit, Arbeitslosigkeit und sonstige für einen Menschen schwerwiegende Belastungen drücken ihn nieder. 
Meine Erfahrung mit diesen Lebensabschnitten hat mir gezeigt, dass es lohnenswert ist, den Ballast an Gott abzugeben. Wenn einer in der Lager ist schwere Lasten in tragbare Lasten umzuwandeln, dann ist es er, unser Vater im Himmel. 
"Kommt alle zu mir, die Ihr mühselig und beladen seid".
Das sagt Jesus im heutigen Evangelium. Dieses Angebot, diese Einladung, spricht er täglich in unsere Richtung aus. Wir, sollten wir mühselig und beladen sein, brauchen die Einladung nur annehmen und uns wird geholfen. 
Ihr/Euer 
Diakon 
Carsten Kempen 

Stephanie Hofschlaeger  / pixelio.de
Stephanie Hofschlaeger / pixelio.de

Wort zum 13. Sonntag im Jahreskreis

 

Lasset die Menschen zu Euch kommen

 

Rund um diesen Globus gibt es häufig Menschen, die in Armut leben und deren Aussicht auf ein Leben mit Arbeit, Gesundheit und sozialer Absicherung in weiter Ferne liegt. 
Trotz mehrfacher Versuche auf dem natürlichen Weg schwanger zu werden, bleibt manchem Paar der Wunsch Eltern zu sein verwehrt. Auch die drei von der Krankenkasse bezahlten Anläufe mittels einer künstlichen Befruchtung schwanger zu werden scheitern. Viele Beziehungen bringt dieser unerfüllte Kinderwunsch in Schieflage, bis hin zur Trennung. 
Sieht man das Elend der hungernden Menschen in dieser Welt, kommt man sich meist hilflos vor. 
Und schon wieder wird auf unschuldige Menschen im Krieg geschossen. Da mag man denken, dass wir als Menschen vor dem Fernsehen sitzen und uns sagen, wie grässlich das doch alles ist, was ja durchaus stimmt. 
In Süddeutschland steht bald ein Vater vor Gericht, weil er sein Kind tötete, dass nicht aufhörte zu weinen. Solche Artikel in der Zeitung lösen Entsetzen aus. Auch bei mir. Fassungslosigkeit macht sich breit. 
Heraus aus dem Karussell der Gedanken. Klar, die Gedanken haben ihre Berechtigung. Beim Denken alleine kann  es nicht bleiben.
Auch wer ein Kind aus der Armut heraus annimmt wie sein eigenes Kind, wer Kriegsopfer bei sich aufnimmt wie seine Angehörigen in Not, wer einem Kind, das bei den leiblichen Eltern Gewalt erfährt aufnimmt und es mit Liebe sowie Sicherheit beschenkt, auch der, all die, die sich hier als Helfer mit Herz engagieren, nehmen Jesus bei sich auf.
Ihr/Euer 
Diakon
Carsten Kempen 

Bild: Karl-Michael Soemer
Bild: Karl-Michael Soemer

Wort zum 12. Sonntag im Jahreskreis

 

Musik und Glaube

 

Der amerikanische Musiker Glen Miller verdiente sich weit vor Beginn seiner musikalischen Karriere sein Geld mit dem Melken von Kühen. Das dadurch verdiente Geld verwendete er zum Kauf seiner ersten Posaune. Im späteren Verlauf seines Lebens wurde er weltweit einem großen Publikum bekannt. 
Als Gegner des Nationalsozialismus, meldete er sich beim Militär seines Heimatlandes, um dieses im zweiten Weltkrieg zu unterstützen. 
Glenn Millers Waffe gegen seine Kriegsgegner war die Musik und nicht das Gewehr. 
Die Musik als Friedensstifter. Das war wohl sein Plan, um verfeindete Völker miteinander zu versöhnen.
Leider nahm das junge Leben des Posaunisten über dem Ärmelkanal ein tragisches Ende. Vermutungen zufolge wurde das Flugzeug, in dem sich Glenn Miller befand von britischen Bomben getroffen. 
Sein Leichnam wurde nie gefunden. Umfangreiche Suchaktionen, wie sie heute bei Abstürzen von Flugzeugen stattfinden, wurden in der damaligen Zeit nicht durchgeführt. 
Glenn Miller ist für mich ein Mensch, der gut zum heutigen Evangelium passt. Fürchtet Euch nicht vor den Menschen heißt es dort. Fürchtet Euch nicht vor denen, die den Leib töten, heißt es in der heiligen Schrift weiter. Glenn Miller wusste, dass er mit seiner Musik die Menschen miteinander friedlich versöhnen kann. 
Jesus hat es auch sehr am Herzen gelegen, die Menschen friedlich mit Gott und untereinander zu versöhnen. Jesus wusste, dass in jedem Mensch ein guter Kern steckt und jedes menschliche Wesen vom Bösen Abstand nimmt, wenn er Gott in seinem Leben zulässt. 
Wer die Musik in seinem Leben zulässt, die die Menschen wie der Glaube an Gott miteinander verbindet, braucht sich vor ihnen und ihren schlechten Taten nicht fürchten. 
Ihr/ Euer 
Diakon 
Carsten Kempen 

Image by Anja🤗#helpinghands #solidarity#stays healthy🙏 from Pixabay
Image by Anja🤗#helpinghands #solidarity#stays healthy🙏 from Pixabay

Wort zum 11. Sonntag im Jahreskreis

 

Arbeit, die Früchte trägt

 

Mensch, es ist kurz vor Feierabend und da legt mir der Chef noch zwei Akten zur Bearbeitung hin. Das muss heute übrigens noch fertig werden heisst es knapp. Die junge Sekretärin Frieda, hüpft nicht gerade voller Begeisterung vom Stuhl. 
Eigentlich bin ich schon seit 10 Stunden auf den Beinen. Im Prinzip hat seit 2 Stunden mein Feierabend begonnen. Wäre da nicht, ja wäre da nicht die 30 köpfige Besuchergruppe ins Lokal geplatzt, die noch bewirtet werden möchte. 
Du Nele, die Nachtschwester auf der Chirurgie fällt aus, kannst Du bitte neben Deiner Station die Abteilung Deiner Kollegin mitbetreuen ? Natürlich, nichts lieber als das, denkt sich Nele 🙁. Mit 3 frisch operierten und zwei im sterben liegenden bei mir auf der Orthopädie bin ich ja nicht genügend ausgelastet. 
Natürlich ist die Gegend nicht die sicherste, aber ihr müsst da mit einem Streifenwagen rein. Das wir kugelsichere Westen und eine Maschinenpistole im Streifenwagen haben, beruhigt mich in diesem Moment nicht sehr, sagt sich der junge Polizist Max in diesem Moment. Wäre, ja wäre dieser Großeinsatz wegen der Demo nicht in der Stadt, dann könnten wir wie üblich mit 3 Polizeiwagen in die Hölle der Stadt fahren. 
Halbes Jahr, mehr nicht. Leukämie im Endstadium sagt der Arzt zum Patienten. 6 Monate. Was stellt er in der Zeit noch an ? Mal gucken, ob er noch die Kreuzfahrt macht, die er immer machen wollte oder ob er einmal im Wald in der freien Natur schläft. Wollte er ja beides immer schon mal machen. Den jungen Assistenzarzt Arne beschäftigt die Situation in der sich sein Patient befindet. 
Alle hier genannten Berufsgruppen durchlaufen unschöne Erfahrungen im Berufsalltag. Natürlich treffen Situationen, wie ich sie beschreibe auch in anderen Arbeitsbereichen auf. 
Auch wenn jeder der Personen eine andere berufliche Tätigkeit ausübt, blickt Jesus, der unter uns ist, mit Mitleid auf sie. Mitleid brauche ich nicht heißt es oft im Volksmund. Dabei geht es im heutigen Evangelium darum, dass Jesus eher mit den Menschen leidet und sie sich bemitleidet. Jesus wird aktiv und sendet seine Jünger aus, um Menschen in Not zu helfen. 
Möchten wir dafür beten, dass wir wieder lernen mit anderen Menschen zu leiden und das Jesus uns zu Menschen schickt, die heute in diesem Text erwähnt wurden, damit wir ihnen mit unserem Gebet und unserem Zuspruch zur Seite stehen. 
So trägt unsere Arbeit, unsere Hilfe im Namen des Herrn Früchte. 
Ihr/Euer 
Diakon 
Carsten Kempen 

Bild: Karl-Michael Soemer / Insel Reichenau
Bild: Karl-Michael Soemer / Insel Reichenau

Wort zum Sonntag für das Hochfest Dreifaltigkeit

 

Friedensfürsten
Wenn Martin Luther King junior das Aufflammen der Gewalt in den USA, so wie wir es derzeit erleben mitbekommen würde, so bin ich mir sicher, er wäre mich nicht tatenlos geblieben. 
Ein farbiger Amerikaner kommt bei einem Polizeieinsatz durch die von einem Polizisten angewandte Gewalt ums Leben. Die Bilder wie der am Boden liegende George Floyd dem Beamten mitteilt, dass er keine Luft mehr bekommt und der Polizist dennoch dem Festgenommenen seinen Unterschenkel auf den Nacken drückt, gingen durch die Welt. Diese Aufnahme löste weltweit großes Entsetzen aus. 
Kurze Zeit später erfolgte die Festnahme des Täters, der sich für die Tötung von Mr. Floyd sehr wahrscheinlich vor einem Gericht verantworten muss. 
Der Baptistenpastor Martin Luther King Junior, der von einem weißen Rassisten erschossen wurde, hätte zu Lebzeiten einen Friedensmarsch nach Minneapolis, wo sich nach dem Tod von Mr. Floyd Ausschreitungen zwischen der schwarzen Bevölkerung und den Sicherheitsorganen Amerikas abspielen, unternommen. 
King's großer Traum war es immer die schwarze und weiße Bevölkerung miteinander zu versöhnen. Heute würde er sich zwischen die Streitparteien in Minneapolis stellen und sie zum Verzicht auf Gewalt aufrufen.
Gott hat uns seinen Sohn Jesus gesandt, damit Christus uns auch Frieden in diese Welt bringt. Sowohl der Vater, der Sohn und der heilige Geist, die die heilige Dreifaltigkeit bilden, sind Fürsten des Friedens. 
Lassen Sie uns gemeinsam auch Friedensfürsten sein, in dem wir mit unserem Gebet, das wir im Namen des Vaters, des Sohnes und des heiligen Geistes beginnen darum bitten, dass sie sich zwischen Gewalt, Rassismus und Unterdrückung stellen.
Mit der Kraft der heiligen Dreifaltigkeit möge es gelingen, dass alle Menschen auf der Erde in Frieden miteinander leben.
Ihr/Euer 
Diakon 
Carsten Kempen

Bild: Ein altes Gebetsbildchen
Bild: Ein altes Gebetsbildchen

Wort zum Sonntag für das Pfingstfest

 

Es lohnt sich die Tür zu öffnen
So manche Tür verschließen wir auch in unserem Leben, weil wir uns vor etwas fürchten. Zum Beispiel vor einer schweren Entscheidung oder Ängsten. Leider ist nur damit das Problem nicht gelöst. 
Es klopft unaufhörlich an die Pforte und bittet um Einlass. Die Auseinandersetzung mit dem Ballast gewähren wir nur Aufschub, wenn wir ihm die Tür nicht öffnen. Dabei wünscht sich unsere Seele insgeheim nichts sehnlicher, als das wir das uns Belastende hineinlassen, uns mit ihm befassen und schließlich eine Lösung finden, um die Last dessen, was uns bedrückt, abwerfen zu können. 
Auch wenn es manchmal so scheint, dass unsere Lage aussichtslos ist, können wir uns eine Begegnung mit dem heiligen Geist schenken. Ihn um Beistand, das Spenden von Kraft, Mut und einem festen Willen bitten, die/den es bedarf, um auf die Spitze jenes noch so hohen Berges zu klettern, von der wir die Auflösung des Rätsels, das es für uns zu lösen galt, erblicken können. 
Vom heiligen Geist, der an Pfingsten unter anderem auch über ihn kam, konnte der Apostel Petrus zu den Juden, vor denen er sich einst aus Furcht versteckte, offen und frei sprechen. All das hätte er nicht gekonnt, wenn ihm Jesus den heiligen Geist nicht eingehaucht hätte. Paulus hätte sich weiterhin mit den anderen Jüngern von Christus hinter einer verschlossenen Tür aus Angst vor den Juden versteckt. 
Ich wünsche Ihnen heute und allezeit  gute Begegnungen mit dem heiligen Geist, den Ihnen sowie Euch der Messias jeden Tag aufs neue einhauchen soll. 
Ihnen und Euren Familien wünsche ich ein frohes sowie gesegnetes Pfingstfest. 
Ihr/ Euer 
Diakon
Carsten Kempen

 


Bild: Stefan Sucker, vatikanische Museen, Rom
Bild: Stefan Sucker, vatikanische Museen, Rom

Wort zum Sonntag für den 7. Ostersonntag 

 

Deshalb sind Menschen auf dem Planeten Erde

 

 Die Frage danach, warum wir leben und was uns auf den Planeten Erde gebracht hat, stellen sich Menschen häufig. Besonders dann, wenn sie Gott und seine Existenz bezweifeln. Es gibt Personen, die ihr Dasein auf der Erde und der Entstehung ihres Lebens einem Zufall "ankreiden".

Philosophen suchen nach Antworten hinsichtlich des Lebenssinnes ohne dabei religiöse Gesichtspunkte als Antworten auf ihre Fragen heranzuziehen. 
Dabei hat Jesus im heutigen Evangelium an der Stelle wo er sagt, dass er Gott seinen Vater auf der Erde verherrlicht habe und das Werk zu Ende geführt hat, dass ihm sein Vater auftrug, den Sinn unseres Lebens aus meiner Sicht "preisgegeben".  
So erfüllt jeder von uns eine Mission in seinem Leben. Die Krankenschwester versorgt kranke oder verletzte Menschen. Der Tierarzt kümmert sich um das medizinische Wohlergehen unserer tierischen Freunde. Die Polizei schützt uns vor Gewalttätern. 
Die Benennung dieser Beispiele ließe sich beliebig in Bezug auf andere Berufsgruppen ausgiebig verlängern. 
Was immer auch einer Tätigkeit Sie nachgehen, gibt diese anhand dessen, was sie tun Auskunft darüber, welchen Auftrag des Herrn Sie auf der Erde ausführen. Daran erkennen Sie den Grund, warum Gott Ihnen ein Leben auf der Erde geschenkt hat. 
Wenn unser Werk, mit dessen Umsetzung uns der Vater im Himmel beauftragt hat, zu Ende geführt ist, werden auch wir, wenn er unser Gott es für richtig hält, auffahren in den Himmel und diese irdische Welt verlassen. 
So wie Jesus es nach Vollendung dessen, was sein Vater im Himmel ihm aufgetragen hatte tat.
Als sein Auftrag im Namen Gottes auf der Erde "erledigt" war, begab sich Jesus zu Gott. Dem Vater von uns allen. Er ging dahin, wo wir wenn Gott uns zu sich ruft ebenfalls Einkehr halten werden. 
Ihr/Euer Diakon 
Diakon
Carsten Kempen

 


Image by amurca from Pixabay
Image by amurca from Pixabay

Wort zum Sonntag für den 6. Ostersonntag 

 

Ehrenrunde und Fata Morgana, die es nicht gibt.

 

Voller Begeisterung und erfüllt mit großer Freude, stand in Irland ein junger Mann, der am Downsyndrom leidet vor dem Haus seiner Eltern und tanzt. Immer wieder dreht er sich beim Tanzen herum. Der junge Mann ist 30 Jahre alt geworden an dem Tag und auch in Coronazeiten kann Geburtstag gefeiert werden, wenn auch etwas anders. 

Den sogenannten Autokorso mit hupenden Fahrzeugen kennen wir, wenn die deutsche Fussballnationalmannschaft während einer EM oder WM ein Spiel gewonnen hat oder eine Hochzeitsgesellschaft unter fleißiger Betätigung ihrer Fahrzeughupen von Kirche oder Standesamt aus zur Hochzeitsfeier fährt. 
Der Autokorso, der am Haus des irischen Geburtstagskindes vorbeifuhr, bestand aus Freunden, Bekannten und Nachbarn. Auch die Polizei schloss sich mit einem Einsatzfahrzeug der mobilen Parade an und schaltete dabei das Martinshorn an, was bei dem jungen Mann, für den dieses Geschenk gedacht war, für zusätzliche Begeisterung sorgte.
Diesen Geburtstag werden der junge Ire und seine Familie immer gut im Herzen und in ihrer Erinnerung lebendig halten.
Auch die Jünger, die im heutigen Evangelium von Jesus auf dessen Weggang von dieser Welt in Kenntnis gesetzt wurden, werden ihn in ihren Herzen und in ihrer Erinnerung lebendig halten. 
So auch Jesus. Er wird über seine Jünger und die Menschheit in aus Liebe auf sie achten. Dort im Himmel, wo er zu Rechten Gottes Platz genommen hat. Er ist aber auch bei uns, der Messias. Hier auf dieser Welt. 
Im Gebet fühlen wir uns ihm ganz nah. Durch das Kreuz in Wohnungen oder Kirchen ist er uns allgegenwärtig. Ein Jesus zum Anlehnen oder festhalten. Das ist der Jesus, der in uns ist. Jesus ist keine Fata Morgana, nach dem Beispiel: " Sie ist so nah und doch so fern". Jesus ist so nah, um nicht fern von uns sein zu können. 
Ihr/Euer 
Diakon 
Carsten Kempen

 


Image by Pexels from Pixabay
Image by Pexels from Pixabay

Wort zum Sonntag für den 5. Ostersonntag 

 

Die Himmelsschau informiert 

 

Wenn man derzeit die Tagesschau oder auch andere Nachrichtenformate verfolgt, bestimmt seit Wochen nur noch das Thema Corona den Inhalt. 

Zugegeben. Es ist wichtig, dass wir über die neuesten Entwicklungen informiert werden, aber glauben Sie mir es gibt auch noch andere Themen über die es sich zu unterhalten lohnt. Wenn ein verliebtes Paar auf dem Sofa kuschelt, mag es sich bestimmt nicht über die Anzahl der Neuinfektionen mit dem Virus austauschen. Jede Romantik, jedes erotische Prickeln wären im Keim erstickt. 
Es gab die Zeit vor Corona und es wird auch wieder Epoche nach der Pandemie geben. Elizabeth II sagte: "Wir werden uns wieder treffen". Daran glaube ich ganz fest. Wir das sind Familien, verliebte Turteltauben, Reisende, Gläubige, Freunde, Kulturliebhaber, Kinofans, Restaurant und Kneipenbesucher usw. 
Hoffnung ist und bleibt Balsam für unsere Seele. 
Jesus Christus schenkt uns im heutigen Evangelium mehr als nur Hoffnung. Er schenkt jedem die Gewissheit, dass im Haus seines Vaters, dem Paradies viele Wohnungen sind und er den Wohnraum vorbereitet für jeden, den er heimholt in seine ewige Ruhestätte, wenn unsere Zeit auf der Erde abgelaufen ist. So haben wir nicht nur die Hoffnung auf das Leben nach dem Tod, sondern die absolute Sicherheit, das wir im himmlischen Haus Gottes unser ewiges Leben, für das wir geboren wurden, fortsetzen. 
Ihr/ Euer 
Diakon
Carsten Kempen

Rainer Sturm  / pixelio.de
Rainer Sturm / pixelio.de

Wort zum Sonntag für den 4. Ostersonntag 

 

Ein Eintritt über die Tür

 

Komm fahr mal nach Aachen in die Innenstadt, riet mir ein Freund. Da ist ein Tanzlokal sagte er mir. Soll ein komischer und lustiger Schuppen sein fuhr er fort. Klingt gut dacht ich. Nehme ich unter die Lupe, sagte ich ihm. Natürlich sage ich Dir wie es war. Der Freund war erkrankt und konnte an dem Abend das Haus nicht verlassen. 
Ab ins Auto und auf zur Lokalität. Genial sagte ich laut zu mir, dass ich einen Parkplatz nur wenige Schritte entfernt von dem Laden, wie ich Diskotheken damals nannte gefunden hatte. 
Bitte klingeln stand am Eingang. Klingeln an der Discotür 🤔.  Mir kamen Zweifel auf, ob das hier wirklich eine Disco ist 🤨. Noch bevor ich den Gedanken zu Ende denken konnte, hatte ich auch schon geklingelt. Nach wenigen Sekunden ging die Tür auf. Eine gut gekleidete Frau öffnete mit den Worten:  "Na, ob Du hier beim Abend der einsamen Herzen Dein Glück findest, weiss ich nicht". Ball der einsamen Herzen 😮. Das reichte aus, um mich kaum noch halten zu können vor Lachen, als ich Lokal, das sich in einem sehr gepflegten Zustand befand, betrat. Als ich mich wieder gefangen hatte und meine Lachattacke an Wirkung verlor, musterte ich die Menschen im Raum. 
Dabei stellte ich fest, dass ich unter Senioren im Alter zwischen 60 bis 80 definitiv der jüngste Gast mit meinen damals 28 Jahren war. 
Mein Glück fand ich dort nicht, indem ich vor Ort die Frau meines Lebens traf. Aber ich habe es überlebt. 😊.
Glück lässt sich auf vielen anderen Wegen entdecken. Glück hat viele Gesichter, wie ich Laufe des Abends, der Nacht und dem Morgen in Aachen lernen durfte. 
Schnell kam ich mit einzelnen Gästen ins Gespräch. Meine Gesprächspartnerinnen und ich waren uns direkt darüber einig, dass wir keine Zukunft haben, da der Altersunterschied uns beiden die Suppe versalzte, worüber sowohl die Damen und ich herzhaft lachen mussten. 
Dennoch hat sich der Besuch der Gaststätte sehr gelohnt. Es ergaben sich äußerst gute und zahlreiche Gespräche, die bis in den frühen Morgen andauerten. Viele der Frauen dort waren auf der Suche nach einer festen Partnerschaft. Einige der Damen waren getrenntlebend, geschieden oder verwitwet. 
Die Herren der Schöpfung, die vor Ort waren, befanden sich auf der gleichen Mission wie die Frauen und hatten vergleichbare persönliche Hintergründe wie die weiblichen Gäste. Auch mit ihnen sprach ich lange und tiefgründig. 
Das Licht flackerte um 6 Uhr in der Früh. Die chicgekleidete Frau, die mir Zugang ins Lokal gewährte, wollte schlafen gehen 😴. Verständlich. Wie schnell 10 Stunden vorbei sein können. 10 besonders unvergessliche Stunden. 
Es kann sich lohnen durch die richtige Tür zu gehen. Trotz der Zweifel, die ich am Anfang hatte. Auch wenn ich nicht wie es im heutigen Evangelium heisst einen Schafstall betrat, so wählte ich den Weg über den öffentlichen Eingang des Hauses. Als Dank traf ich wunderbare Menschen mit ihren Schicksalen und Geschichten. All das hätte ich nicht erlebt, wenn ich mir über ein Fenster ohne Zustimmung der Hausherrin Zutritt zum Gastraum verschafft hätte. 
Ich wünsche Ihnen und Euch allzeit immer durch die richtigen Türen zu gehen. Möge Gott Ihnen und Euch den richtigen Weg dafür jederzeit ebnen. 
Ihr/ Euer
Diakon
Carsten Kempen

Image by Karl-Michael Soemer
Image by Karl-Michael Soemer

Wort zum Sonntag für den 3. Ostersonntag 

 

Hunger nach so vielen Dingen

 

Maskenpflicht hier und da. Maskenpflicht ja oder nein. Schulbetrieb läuft regelmässig wieder in einem
Jahr. Vermutlich. Eltern stellen sich die Frage, wie sie das organisieren können. Zurecht. Bundesliga wieder ab 09.05.2020. Wer deutscher Meister wird, ist dieses Jahr nicht so wichtig. Meisterschale ändert nichts an Corona. Haltet Abstand. Wie lang ? Wer weiß das schon. O zapft is. Aber 2020 kein Prosit der Gemütlichkeit. Alaaf und Helau soll stattfinden. Warten wir es ab. Eher kaum. Gegönnt sei es den Jecken. Das Sie feiern können. Disco im Garten in Irland. Kreativ. Diskothek auf dem Balkon in Italien. Tolle Idee. Ich bin dabei. Dolce Vita ( süßes Leben ). 20.000 Zuschauer im Fussballstadion. Lieber Jens Lehmann mein Elfmeterheld von 2006, dass ist eine Mission Impossible. Inspektor Barnaby. Du suchst im TV Mörder. Deine Fans suchen den Bösewicht mit Dir zusammen. Transsexueller Mann in der Bahn. Ignoriert von Mitmenschen. Diakon lächelt ihm von Herzen zu. Wenigstens einer. Einer zu wenig. Gerne würde ich Dich auf einen Kaffee einladen. Das geht nicht sagt sie. Entschuldigung, Du hast einen Freund. Nein wegen Corona klappt's nicht. Chance auf Zweisamkeit, Adieu.Weg ist der Zug in diese Richtung. Lust auf ein griechisches Restaurant. Aus der Traum am 04.05.2020 ? Wir gehen in die Verlängerung. Vielleicht. Hiess auch mal ein Tatort aus Berlin. Keiner mag es mit Sicherheit beurteilen, wie wann was weitergeht. Eintritt in die Kirche zur Feier der heiligen Messe. Weihnachten 2022 ? Hoffentlich nicht. Wäre übertrieben. Oder ? Vielleicht. 
Bei all den Aussagen das momentane Stimmungsbarometer der Welt betreffend, darf nicht, darf auf keinen Fall vergessen werden, wie sehnsüchtig hungrig Menschen nach einer Umarmung oder zärtlichen Berührung sind. Wie hungrig Menschen nach einer Rückkehr in die Normalität sind. Wie hungrig ungeduldig Menschen sind, ihre Verwandten und Freunde wieder zu sehen. In Natura bitteschön und nicht über den Bildschirm des Smartphones. 
Lieber Jesus Christus bitte stille auch diesen Hunger. Amen. 
Ihr/Euer 
Diakon 

 


Image by Karl-Michael Soemer
Image by Karl-Michael Soemer

Wort zum Sonntag für den 2. Ostersonntag 

 

Erkennungszeichen

 Heute hätten gerne viele Kinder zusammen mit ihren Familien das Fest ihrer Erstkommunion gefeiert. Im Vorfeld der Coronapademie wurde dieser grosse Tag im Leben eines Kindes schon geplant. Torten wurden bestellt, dass Kleid oder der Anzug zur Kommunion wurden ausgesucht und Einladungen an die Gäste, die diesen besonderen Tag mitfeiern dürfen, wurden versandt. 

Doch dann kam es anders als geplant.  
Aufgrund des Coronavirus und dem damit verbundenen Ausfall von Gottesdiensten unter der Teilnahme von Gläubigen, rückt der Tag, an dem die Kommunionkinder zum ersten Mal in ihrem Leben den Leib Christi empfangen, in die Ferne und es bleibt momentan ungewiss, wann es endlich so weit sein wird. 
Für die Kinder und ihre Eltern ist dies eine belastende Situation. 
Wenn sich auch bisher Jesus Christus nicht in der Form seines Brotes, das er für uns gebrochen den Kommunionkindern und ihren Angehörigen zeigt, so erscheint er uns Tag ein Tag aus. 
In Form seiner Liebe, in Form seines Trostes und in der Form des heiligen Geistes zu dessen Gaben an die Menschheit die Geduld gehört. Im Moment brauchen wir alle eine große Portion Geduld mit den Dingen, die wir nicht ändern können. 
Ich wünsche Euch und Ihnen, dass Sie mit der Gabe des Heiligen Geistes in Form der Beschenkung mit viel Geduld die Anwesenheit unsres Herrn Jesus Christus erkennen und nicht an ihm zweifeln, wie einst sein Jünger Thomas es tat und dann mit Hilfe des heiligen Geistes Jesus trotz aller Zweifel erkannte. Daran glaube ich ganz fest und lade Sie und Euch dazu ein, diesem Glaubenssatz zu folgen.
Ihr/Euer 
Diakon 
Carsten Kempen 

Image by Michael von Aichberger from Pixabay
Image by Michael von Aichberger from Pixabay

Wort zum Sonntag für Palmsonntag

  

 

Wamkelekile 

 

Wamkelike bedeutet willkommen. Das Wort stammt aus der Sprache isiXhosa. Innerhalb der Bevölkerung der in Südafrika lebenden Bantus, wird diese durch ihre Klick-Laute in der Aussprache bekannte Sprache gesprochen. 
Im Township Khayelitsha, das übersetzt Neue Heimat bedeutet, hat sich einst die aus Afrika stammende Fotografin Lindeka Qampi eingehüllt in Müll auf einen Müllberg gesetzt, um der Welt zu zeigen, dass die Menschen im eingangs erwähnten Armenviertel im Müll leben, der seitens der Müllabfuhr nicht abgeholt wird. 
Willkommen heißen würden es die Menschen in Khayelitsha nicht mehr im Müll leben zu müssen und sich auf eine regelmäßige Abfuhr ihrer Abfälle verlassen zu können.
Willkommen heißen würden die Menschen in Khayelitsha einen Abriss ihrer menschenunwürdigen Behausungen. 
Willkommen heißen würden sie die Umsiedlung in gut bewohnbare und menschenwürdige Häuser, wie es sie im Township bereits schon gibt. 
Willkommen heißen würden sie eine rasche Umsetzung bezüglich des Baus dieser Häuser. 
Einen Zugang zu betrieblichen oder universitären Ausbildungen würden sie auch willkommen heißen. 
Eine Welt ohne Gewalt innerhalb des Townships und dem Abzug der schwer bewaffneten Mitarbeiter eines privaten Sicherheitsunternehmens würden die Bewohner ebenfalls willkommen heißen. 
Jesus wurde von den Menschen in Jerusalem mit Palmblättern empfangen, als er in ihre Stadt kam. 
Lassen Sie uns gemeinsam dafür beten, dass sich die Hoffnungen der Menschen in Khayelitsha erfüllen und sie die für sich besseren Lebensumstände mit Freude willkommen heißen können sowie die Menschen vor Freude über die Ankunft von Jesus in Jerusalem ihn mit Palmblättern willkommen hießen.
Ihr/Euer Diakon
Carsten Kempen

 


Image by Dimitris Vetsikas from Pixabay
Image by Dimitris Vetsikas from Pixabay

Wort zum Sonntag für den 5. Sonntag der Fastenzeit

  

 

 

Freud und Leid sind nah beieinander

 Diese Aussage, wie ich sie in der Überschrift verwandt habe, kennen die meisten von uns. Aber diese Aussage ist keine dahergesagte Floskel. In ihr steckt eine große Portion Wahrheit. Jetzt, wo die Pflege von sozialen Kontakten weitere Einschränkungen erfahren hat, um der Ausbreitung des Coronavirus entgegen zu treten, baue ich wieder Kontakte zu Menschen auf, mit denen ich seit über zwei Jahrzehnten teilweise keinen Kontakt mehr hatte. 

So schmerzhaft auch der Verzicht auf das Treffen mit Freunden oder Familie ist, umso tröstender ist der menschliche  Zusammenhalt, den ich erfahren darf. Besonders jetzt in der Krise, sind wir uns alle nah. Soll das auch bitte so bleiben, wenn irgendwann wieder Normalität in unseren Alltag eingekehrt ist. 
Was ich uns wünsche ist, dass wir nicht in Verzweiflung verfallen. Was ich uns wünsche ist, dass wir die Hoffnung auf eine Wende nicht verlieren. Was ich uns wünsche ist, dass wir Pläne für die Zeit nach der Pandemie schmieden. So verabrede ich mich mit den Menschen, die ich sehr lang nicht mehr zu Gesicht bekommen habe auf einen Kaffee, sobald die sozialen Kontakte wieder unbehindert möglich sind und die Cafes,  Restaurant sowie Bars ihre Türen wieder öffnen können. 
Das eine Reise nach Wien endlich einmal stattfindet ist mein Plan. Bisher habe ich immer nur davon gesprochen die österreichische Hauptstadt zu besuchen. Nach Corona mach ich diesbezüglich ernst 🙂.
An all dem lässt sich erleben, dass Freud und Leid nah beieinander liegen. Das heutige Evangelium ist der beste Beweis dafür. Es herrscht große Trauer über den Tod des Lazarus. Jesus erweckte Lazarus zum Leben. Die, die vorher nicht an Christus glaubten, kamen durch dieses Wunder des Messias zum Glauben an ihn. 
Sicherlich wird nach der Auferstehung des Lazarus eine große Freude darüber bestanden haben, dass er wieder unter den Lebenden ist, auch wenn die heilige Schrift dazu nichts sagt. 
So wie Jesus den Toten zum Leben erweckte und die Trauer der Menschen verblassen ließ, wird er uns auch wieder in eine Zeit führen, in der wir unser Leben mit Leichtigkeit, Freude und Uneingeschränktheit leben können, wenn auch hoffentlich im positiven Sinne gesehen anders als zuvor. 
Ihr/Euer
Diakon Carsten Kempen

 


Image by Gerd Altmann from Pixabay
Image by Gerd Altmann from Pixabay

Wort zum Sonntag für den 3. Sonntag der Fastenzeit

  

Wenn die Krise eine Wende herbeiführt

 

 Schwarzweiß ist das Musikvideo der amerikanischen Sängerin Mariah Carey, in dem sie ihr Lied mit dem Titel: "Anytime you need a friend" singt. 

Alleine ist sie in dem Video nicht. Sie ist umgeben von einem afroamerikanischen Chor. Ein schönes Bild. Musik vereint die Menschen, unabhängig von ihrer Hautfarbe. 
In diesen Tagen vereint der Coronavirus die Menschheit. Ungewohnt schön wie sich plötzlich Personen, die sich vorher nicht kannten oder nur oberflächlich miteinander sprachen, sich gegenseitig viel Gesundheit wünschen. 
Auch an eine bisher so weit ich mich erinnern kann nie vorhandene und praktizierende Wertschätzung mit der den Angestellten im Einzelhandel, im Transportwesen, im Gesundheitsbereich, bei der Feuerwehr, dem Rettungsdienst und der Polizei momentan entgegengebracht wird, ist sehr herzerwärmend. 
Die Leistung, die diese Berufsgruppen derzeit erbringen, verdienen unseren Dank sowie unsere Wertschätzung. In Köln fand zu Gunsten dieses Tätigkeitsfeldes ein Applauskonzert statt.  Eine echt grossartige Geste. 
In Krisenzeiten wie jetzt wird auch uns wie dem Blinden im heutigen Evangelium die Augen geöffnet. Sowie der Blinde wieder sehen konnte, öffnen wir unser Sehorgan für unsere Mitmenschen. Wir wenden uns ihnen mehr zu, zeigen Solidarität und Dankbarkeit in einem Ausmass das uns lange Zeit leider fremd war. 
Menschen leben den Zusammenhalt und werden sich bewusst wie wichtig soziale Kontakte oder menschliche Nähe ist. 
Ich wünsche uns allen, dass wir gemeinsam mit Gottes Hilfe diese Krise überstehen und uns auch in der Zeit nach Corona mit der gleichen Menschlichkeit begegnen, wie er es gerade im Moment tun. 
Ihr/ Euer
Diakon 
Carsten Kempen

Bild: Karl-Michael Soemer / Dom zu Lübeck
Bild: Karl-Michael Soemer / Dom zu Lübeck

Wort zum Sonntag für den 3. Sonntag der Fastenzeit

  

Und die Bank bleibt nicht leer

 "Wenn mal die alten Leute nicht mehr sind, bleiben die Kirchen leer, höre ich meine Mutter noch oft sagen".Ganz so schlimm ist es zwar nicht, aber als gut gefüllt lassen sich heutzutage die Messen an Werk und Feiertagen auch nicht bezeichnen. Die Gründe hierfür sind sehr vielseitig und als Seelsorger muss ich mich fragen, was ich ändern kann, um den Besuch der Kirche wieder attraktiv erscheinen zu lassen. 

Und wie ich dazu meinen Beitrag leisten kann, auch die Institution Kirche wieder interessant wirken zu lassen.
Jesus geht was die Suche nach dem Kontakt mit Menschen betrifft einen ganz einfachen Weg. Er spricht mit ihnen. Nur wenn ich mit Menschen darüber rede, was sie sich von der Kirche, ihrem Personal und kirchlichen Aktivitäten wünschen, kann ich damit beginnen, ein Programm auf die Beine zu stellen, das Kirche wieder zu einem Magnet werden lässt, der Menschen anzieht. 
Wie auch Jesus dies tat, als er für zwei weitere Tage in Sychar blieb, um den Menschen dort das Wort Gottes zu verkünden. 
Im Dialog mit Menschen, kann Kirche Reformen auf den Weg bringen, als wenn der Seelsorger ein gut gemeintes Konzept erarbeitet, in der Hoffnung dadurch die "Hütte" wieder voll zu kriegen. 
Nicht den Menschen nach dem Mund reden, sondern ihnen auf den Mund schauen, heisst es oft in der Politik. Aber in der Kirche sollte dies auch so sein. Kirche reformiert sich nicht nicht durch ihre Vertreter alleine, auch wenn das Bodenpersonal sehr stark dazu beitragen kann, wie sehr sich Gläubige von der Kirche angezogen fühlen. Ändern kann sich Kirche nur im Dialog zwischen ihren Vertretern und den Gläubigen. 
Ich wünsche Ihnen und uns als Kirche, dass wir im Gespräch zusammenfinden, wie Jesus mit den Menschen in Sychar. 
Ihr/ Euer 
Diakon 
Carsten Kempen

Bild von free stock photos from www.picjumbo.com auf Pixabay
Bild von free stock photos from www.picjumbo.com auf Pixabay

Wort zum Sonntag für den 2. Sonntag der Fastenzeit

  

Die App gegen Einsamkeit

 

Für ihr Studium kam eine junge Frau aus Russland nach San Francisco. Zusammen mit ihrem Freund träumte sie von einer gemeinsamen Zukunft im fernen Amerika. Es kam die Zeit, als der junge Mann nach Russland zurückkehren musste, um einen Behördentermin wahrzunehmen. 
Seine Freundin begleitete ihn auf dem Weg in das gemeinsame Heimatland. Als beide am Tag des Behördenbesuchs das Gebäude des Amtes verließen, wurde der junge Mann von einem Auto erfasst und verstarb noch an der Unfallstelle.
Traurig und einsam kehrte seine Freundin in die USA zurück. Von nun An lebte sie alleine in San Francisco und die Einsamkeit erdrückte sie förmlich. 
Die Angst keine neuen Menschen kennen zulernen ließ die junge Dame kreativ werden. Sie schrieb ein Programm, das als künstlicher Gesprächspartner für Menschen zum Einsatz kommt, die mit dem künstlichen Gesprächspartner über alles mögliche reden können. Auch über ihre Sorgen und Nöte. Bis hin zu der Einsamkeit, unter der sie leiden. 
Genanntes Programm soll das geeignete Mittel gegen Einsamkeit des Menschen werden, was es mittlerweile auch großteils geworden ist. 
Viele Neuankömmlinge in den USA oder an anderen Orten dieser Welt, die fernab ihres Herkunftslandes sind, nutzen die App, um mit einer Software zu reden, die ihnen einen Gesprächspartner aus Fleisch und Blut ersetzen soll. 
All das aus Angst vor der Einsamkeit in einem Land, das weit weg von daheim ist. 
Habt keine Angst sagt Jesus im heutigen Evangelium zu seinen Jüngern. Auf diese Aussage des Sohn Gottes ist heute nach wie vor Verlass. Jesus war ein Mensch, der überall dort, wo er hin ging, die Nähe zu den Menschen suchte. Jesus Christus würde dies heute genau so tun wie vor vielen Jahren. 
Zu einem Smartphone würde er vielleicht heute greifen. Sich einer App zu bedienen, um Kontakte mit Menschen zu knüpfen würde er nicht. Eine Unterhaltung mit einer Software würde der Sohn Gottes ebenfalls nicht suchen. 
Sowie Jesus auf Menschen zuging möchte ich dazu ermutigen, dass wir Christen auf einsame Menschen zu gehen. Einsame Menschen möchte ich ermutigen, den Kontakt zu ihren Mitmenschen zu suchen. Mit seiner Einsamkeit ist der Einsame nicht alleine. 
Das Smartphone "wirkt" vielleicht gegen die Einsamkeit, aber es hilft nicht bei der Behebung ihrer Ursachen. 
Dies kann nur ein Mensch aus Fleisch und Blut. 
Ihr/Euer
Diakon 
Carsten Kempen

Bild von Annette Meyer auf Pixabay
Bild von Annette Meyer auf Pixabay

Wort zum Sonntag für 1. Sonntag der Fastenzeit

  

"Sich nicht davon in Versuchung führen zu lassen sich selbst der Nächste zu sein" 

Du musst auch mal an Dich denken. Das heißt es oft. Ganz falsch ist das ja nicht. Bevor jemand vor lauter Stress mit einem Herzinfarkt von der Leiter fällt, sollte er an sich denken und seinem Körper Ruhe schenken. 
Wenn wir uns aber all zu bequem Tag ein Tag aus auf das Sofa legen, um unser Wohlbefinden zu pflegen, vergessen wir sehr schnell unsere Mitmenschen in Not. Besonders denke ich dabei an die Familien in Hessen, die durch Anschläge Angehörige verloren haben. Ebenfalls denke ich an die junge Frau, die am Rosenmontag in Köln bei einem Unfall mit der Straßenbahn ihr Leben liess. 
Meine Gedanken widme ich ebenso Sophie Scholl von der Widerstandsbewegung Weiße Rose, die am 24.02.1943 beerdigt wurde. Eine junge Frau, die zwei Tage vor ihrer Beisetzung in der Justizvollzugsanstalt München hingerichtet wurde, da sie als Widerstandskämpferin im dritten Reich aktiv war. Gibt es doch heutzutage immer noch Menschen, die gegen ein diktatorisches System kämpfen und dies zur Strafe mit ihrer Freiheit, ihrem Leben oder ihrer Gesundheit bezahlen. 
An der Stelle sollten wir aufstehen vom Sofa und uns vom Egoismus nicht in Versuchung führen lassen. Wir können auch mit kleinen Taten aktiv werden. Es gibt genügend wohltätige Vereine, in denen sich Menschen ehrenamtlich für soziale und caritative Zwecke einsetzen. Werden wir in diesen Einrichtungen aktiv und setzen uns für hilfsbedürftige Menschen oder gegen rechte Gewalt ein. 
Auch mit einer Spende an betreffende Institutionen, kann deren Arbeit gefördert werden. Und wer an die frische Luft geht, um eine rote  Rose an einer Unglücksstelle abzulegen, wo ein Mensch starb, der tut sich was Gutes, in dem er sich bewegt und seinem verstorbenen Mitmenschen auch, indem er Anteilnahme an dessen Tod nimmt. 
Ich wünsche Ihnen, dass sie dazu verführt werden, Gutes zu tun und Ihren Mitmenschen dienen. Ebenso wünsche ich Ihnen, dass sie der Versuchung in Bequemlichkeit zu verharren entkommen. Jesus hat den Verführungen des Teufels nicht nachgegeben. Was dem Sohn Gottes dort gelang, kann uns auch gelingen. 
Ich wünsche Ihnen einen gesegneten 1. Fastensonntag. 
Ihr/Euer 
Diakon 
Carsten Kempen

Bild von skeeze auf Pixabay
Bild von skeeze auf Pixabay

Wort zum Sonntag für 7. Sonntag im Jahreskreis

  

Und jetzt schüttet der mir doch sein Bier über die Hose

 

Karneval im Rheinland und in einer Großstadt muss man schon wirklich lieben, um es auf überfüllten Strassen oder Räumen zu feiern, die kurz vor der Schließung wegen Überfüllung stehen.
Auch im Kneipenkarneval kann es feucht und fröhlich hergehen. Auch wenn hier noch die Luft gut ist, da der Saal nicht mit Menschenmassen gefüllt ist, trägt das eine Bier zuviel durchaus dazu bei, dass die Konzentration bei dem ein oder anderen Jecken nachlässt und schon isset passiert, wie der Rheinländer sagt und dat schöne Bier landet op de Hoos von der Nochbor.
Dat dät dem nit jefalle un im nu tauschen beide unfreundliche Worte aus oder liefern sich eine Keilerei. Wie war dat nochn's wat der Jesus jesagt hat ? Da fällt et mich widder in. Wir solle verzeihe. Und glaubt et mich, wer verzeiht, der leevt jesünder. De Hoos mit et Kölsch drup kannste wäsche und laad de Mann, der Dich dat Bier op de Hoos jeschütt had op en Bier äin. Dat is besser als bijde Bäckche hinzuhalde. Jeest Du entspannt op de Bierschütter zu, blievt der ooch ruhig. Und verjes nit mach dat so lang du leevst 365 Doge in het Jaar, dan blift de Weld uch friedlich.
In diesem Sinne. Kölle Alaaf. 
Ihr/ Euer 
Diakon 
Carsten Kempen 

Bild von falco auf Pixabay
Bild von falco auf Pixabay

Wort zum Sonntag für 5. Sonntag im Jahreskreis

  

Wenn jemand um Hilfe ruft, dem schenk Gehör

Es gibt viele Bilder, die ich in meinem Leben zu Gesicht bekam und nie vergessen werde. 
Wie zum Beispiel die Geburt meiner Tochter, das schöne Gesicht der ersten großen Liebe oder der Ausblick vom Tafelberg auf die Stadt Cape Town. Die Aufzählung jener schönen Erinnerungen ließe sich noch mit vielen weiteren Begebenheiten fortsetzten. Nur dann wäre mein Beitrag nicht das Wort sondern die Reportage zum Sonntag 🙂. 
Als ich im Oktober 2018 von der Grotte, wo die Mutter Gottes dem Kind Bernadette in Lourdes erschienen ist, hörte ich das Schreien eines Kindes.
Vor dem Eingang zur Basilika sah ich einen jungen, der circa 10 bis 12 Jahre alt war in einem Rollstuhl sitzen. Eine Ordensfrau versuchte das körperlich und geistig Kind zu beruhigen, das anfing zu schreien und zu weinen, als seine Mutter in die Kirche ging um eine Kerze anzuzünden, wie mir die Schwester, die das Kind begleitete mitteilte, als ich mich zum Kind im Rollstuhl runterkniete. 
Dem Jungen im Rollstuhl reichte ich meine Hand und segnete ihn, wobei ich auch versuchte den jungen Mann von seiner Trauer sowie Wut darüber, dass seine Mama ohne ihn die Kirche ging abzulenken. 
Der Mutter möchte ich keinen Vorwurf machen. Ganz fest nehme ich an, dass sie einen kurzen Moment mit unserer lieben Frau von Lourdes allein sein wollte, um für ihr Kind und sich zu beten. 
Ein paar Minuten später kam die Mutter aus der Kirche und der Junge war wieder glücklich. 
Wir alle können helfen, wenn wir Mensch um Hilfe rufen hören. Diese Hilferufe müssen akustisch gesehen nicht immer laut sein. Hilferufe unserer Mitmenschen haben auch leise oder keine hörbaren  Klänge.
Es sei uns allen gewünscht, dass wir unsere Sensibilität dahingehend "ausbauen", die Hilferufe unserer Mitmenschen zu hören und ihnen zur Seite zu stehen. 
Dann nämlich leuchtet auch unser Licht vor den Menschen und sie sehen unsere guten Werke. 
Ihr/Euer
Diakon 
Carsten  Kempen

 


Bild von stokpic auf Pixabay
Bild von stokpic auf Pixabay

Wort zum Sonntag für den 2. Februar 2020

  

Selig, die arm sind vor Gott – denn ihrer ist das Himmelreich!

Ja, ja – über das Thema haben wir schon tausend Predigten gehört: Selig sind, die arm im Geiste sind, die demütig einsehen, dass sie vor dem großen Gott winzig klein sind! Klein natürlich – aber warum demütig? Gott ist groß, Schöpfer und Seele des Weltalls, und Er hat uns geschaffen, wie wir sind: ausgewachsen anderthalb bis zwei Meter groß, mehr oder weniger intelligent, geschickt im Umgang mit allerlei Dingen, die über den einfachen Gebrauch von Werkzeugen weit hinaus gehen, jeden mit gewissen sehr persönlich ausgeprägten Eigenschaften und Eigenheiten ausgestattet, mit einer Lebensdauer von siebzig, achtzig, neunzig Jahren... Natürlich winzigst im Vergleich mit dem Schöpfer, aber der hat uns nun mal so geschaffen – warum sollte das an unserem Selbstbewusstsein kratzen?

 

Das Problem ist: Wir finden uns selbst so toll mit unseren persönlichen Eigenschaften, dass wir vergessen, dass sie Be-Gabungen, Gaben sind, die wir geschenkt bekommen haben. Wir betrachten sie als unsere ureigensten Eigenschaften, die wir dazu verwenden, uns zu profilieren, uns groß und wichtig zu machen und einen möglichst großen Anteil am allgemeinen Wohlstand zu erwerben. Den Schöpfer, der sie uns gegeben hat, vergessen wir gerne.

 

Außerdem vergessen wir nur zu leicht, dass Gott nicht nur uns geschaffen hat, sondern auch die Welt, in der und von der wir leben. Wir betrachten sie vielmehr als unseren selbstverständlichen Besitz, an dem wir uns bedienen, um die Dinge zu produzieren, die wir nicht nur zur Sicherung unseres Lebensunterhaltes benötigen, sondern die weit darüber hinaus unser Leben angenehm, interessant und „modern“ machen. Als ob die Welt, in der wir leben, unbegrenzte Ressourcen hätte.

 

Aber unsere Erde ist begrenzt! Eine Institution, die den „ökologischen Fußabdruck“ der Menschheit und der einzelnen Menschen ermittelt, hat berechnet, dass wir so viele Rohstoffe verbrauchen, als ob wir zweieinhalb Erden zur Verfügung hätten! Und dass es nicht noch schlimmer ist, ist nur dem Umstand zu verdanken, dass weite Teile der Menschheit eben nicht über den Wohlstand verfügen wie wir Menschen im Norden und Westen! Würde die ganze Welt so bewirtschaftet wie bei uns, bräuchten wir schon mehr als drei Erden...

 

Dass es so nicht mehr lange weitergehen kann, liegt auf der Hand. Wir müssen unsere Ansprüche und unseren „Weltverbrauch“ heftig zurückschrauben, wenn wir uns nicht in absehbarer Zeit selbst abschaffen wollen. Wenn wir wollen, dass auch unsere Kinder, Enkel und möglichst viele weitere Generationen ein lebenswertes Leben auf dieser Erde verbringen können. Dazu müssen wir von unseren aufgeblasenen Egos herunterkommen und, ja, ich liebe dieses Wort auch nicht, aber es ist leider so: wir müssen demütig werden!

 

Kathrin Fust


Bild von Quang Nguyen vinh auf Pixabay
Bild von Quang Nguyen vinh auf Pixabay

Wort zum Sonntag am 3. Sonntag im Jahreskreis

  

Ist das Werfen der Netze zeitgemäß ? 
Das Interesse der Menschen an Glauben und Kirche ist sozusagen auf dem Rückzug. Die Interessenlage hat sich sehr verschoben. Soziale Medien, veganes Essen, klimapolitisches Engagement und die Diskussionen um das Fahrverbot von Autos in den Städten haben im Alltag der Gesellschaft Einzug gehalten. 
Da bleibt nicht mehr viel Platz, sich mit Gott und seinem Glauben zu befassen. Kirche wird im Ordner unter dem Buchstaben L wie langweilig eingestuft. 
Der Langeweile entgegenwirken soll nach Auskunft der Christinnen und Christen die Kirche. Nur wer ist die Kirche ? Sind es der Bischof, die Priester und die Diakone ? Kirche sind alle, die einer christlichen Kirche angehören oder sich ihr zugehörig fühlen. Ändern können Kirche die Gläubigen und Geistliche nur gemeinsam. Als Seelsorger kann ich noch so attraktive Angebote in Form von Gottesdiensten oder Gesprächsabenden veranstalten. Wenn außer mir keiner erscheint, war es ein schöner Versuch. An der Stelle sei gesagt, dass man als Seelsorger nicht aufgeben darf und mit einer gesunden Hartnäckigkeit am Ball bleibt. Das Motto lautet: "Weiter Gläubige oder Interessierte zu Veranstaltungen im Haus des Herrn einzuladen". 
Wer ein Netz auswirft, möchte etwas fangen. Jesus, der im heutigen Evangelium zwei Brüder zu Menschenfischern machen möchte hat kein Interesse daran, wenn die beiden Geschwister Netze über Menschen werfen würden. Wir als Kirche möchten auch keinen  dazu zwingen sich für Gott und die Kirche zu begeistern. 
Viel mehr ist die Kirche gut beraten nicht daran zu glauben, dass die Menschen von selber erscheinen. 
Viel besser ist sie beraten, wenn sie gemeinsam mit ihren Gläubigen und am Glaubensinteressierten sowie Glaubensneugierigen Konzepte für die Umgestaltung einer Kirche erarbeitet, die dazu führen, dass Kirche wieder anziehend auf Menschen wirkt, die in ihr zu Gott und zum Glauben finden. 
Ihr/ Euer 
Diakon 
Carsten Kempen

Image - Ein altes Gebetsbildchen
Image - Ein altes Gebetsbildchen

Wort zum Sonntag am 2. Sonntag im Jahreskreis

  

Das Lamm Gottes

Liebe Leserinnen und Leser, 
Im Evangelium für den heutigen Sonntag hören wir Worte aus dem Johannesevangelium.
(Joh 1, 29-34) 
Ganz besonders hat mich die Textstelle angesprochen: 
" Seht, das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt hinweg nimmt." 
Diesen Vers muss man erstmal sacken lassen.
Ist das nicht eine ungewohnte Anrede, die Johannes der Täufer Jesus zuspricht? 
Du Jesus, bist das Lamm Gottes, das die Schuld der Menschen hinweg nimmt.
Wie haben wir das im 21 Jahrhundert zu verstehen? 
Wie kann Jesus, der ja ein Mensch ist so wie wir, gleichzeitig ein Lamm sein? 
Im Alten Testament war es üblich, das in den Tempeln des Jüdischen Volkes, Tiere auf den Altären geopfert wurden um Gott um Verzeihung der Sünden zu bitten.
Auch Lämmer wurden Gott geopfert.
Durch den aufsteigenden Rauch und dem Blut der Tiere, erhoffte man, das dieser Mächtige Gott Barmherzig auf sein Volk schauen möge.
Jesus hat an unserer Stelle die Strafen auf sich genommen, die wir mit unseren Sünden verdient hätten.
Er ist also als das Lamm Gottes auf Golgotha gestorben, an einem Kreuz. 
Diese große Tat verkündete Johannes in dem Evangelium dieses Sonntages.
Wie kann ein Barmherziger Gott so etwas zu lassen?
Aus Liebe ! Aus bedingungsloser Liebe.
Gott liebt uns so sehr, das er nicht davor zurück schreckt, in der gestalt des Jesus von Nazaret ans Kreuz zu gehen und für uns als Lamm Gottes zu sterben.
Durch seinen Tod haben wir trotz unserer vielen Sünden wieder Zugang zu diesem heiligen Gott, den Schöpfer dieser Welt.
Welch ein Geschenk, das Gott uns so sehr liebt, das er sogar für uns in den Tod geht.
Und wie wir wissen, ist der Tod nicht das Ende gewesen.
Dieses Lamm Gottes, Jesus Christus hat den Tod besiegt und lebt.
Die Liebe dieses Auferstandenen Herrn erfülle unsere Herzen mit seiner Liebe.
Ihr 
Romano Hermyt

Image by Karl-Michael Soemer (Lebensbaumretabel in der röm. Kirche St. Meinolf / Paderborn)
Image by Karl-Michael Soemer (Lebensbaumretabel in der röm. Kirche St. Meinolf / Paderborn)

Wort zum Sonntag am Fest der Taufe des Herrn

  

Gott des Lebens 

Wenn bei einem Unglück 7 junge Menschen in Südtirol ums Leben kommen oder in Australien Waldbrände wüten, kommt immer wieder in Gesprächen die Frage auf, wo denn Gott ist oder war, während ein alkoholisierter Autofahrer in eine Gruppe junger Frauen und Männer fuhr. Warum Gott die Brände zulässt oder nichts gegen deren Bekämpfung tut, sind ebenfalls Gedanken, die die Gesellschaft beschäftigt. 
Es gibt Aussagen in denen es heißt, dass diese tragischen Ereignisse Gottes Willen sind. 
Sind sie das ? Nein !
Gott ist ein Gott des Lebens. Ihm ist nicht daran gelegen, dass sich ein junger Mann, der sich aufgrund seines Alkoholkonsums hinter das Steuer seines Autos setzt und 7 Menschen tödlich verletzt. Gott möchte auch nicht, dass in Australien durch ein Feuer Menschen und Tiere sterben. Schließlich ist er ein Gott des Lebens. 
Gott gab uns Menschen und der Natur einen freien Willen. Mensch und Natur haben demnach ihr Handeln und die Folgen, die sich daraus ergeben selber zu verantworten.
Gottes Liebe ist für jeden Menschen bedingungslos gleich. Gott liebt die Unfallopfer genauso wie den Unfallverursacher, der natürlich gemessen an der Schwere seiner Schuld von einem irdischen Gericht zu bestrafen ist. 
Auch Menschen sowie Tiere, die nicht durch einen Brand ihre Leben lassen, sind Gottes bedingungsloser Liebe sicher, wie jene Menschenopfer oder Tieropfer, die in Ozeanien ihr Leben bedingt durch die Brände ließen. Schließlich ist er ein Gott des Lebens.
 
Dieser Gott des Lebens sandte uns seinen Sohn Jesus Christus, dessen Taufe wir heute feiern. Er hätte und seinen Sohn auch vorenthalten können. Aber dies tat er nicht, da er Jesus das Leben schenkte. 
Denn unser Gott ist ein Gott des Lebens.
Ihr/Euer 
Diakon 
Carsten Kempen

Image by Karl-Michael Soemer (LKrippe in der röm. kath. Pfarrkirche Hövelhof)
Image by Karl-Michael Soemer (LKrippe in der röm. kath. Pfarrkirche Hövelhof)

Wort zum Sonntag am zweiten Sonntag der Weihnachtszeit

  

Familien im Wandel

 

 Liebe Leserinnen und Leser, 

Die Weihnachtlichen Tage liegen kalendarisch gesehen schon fast hinter uns.
Ein neues Jahr hat begonnen.
Liturgisch und Kirchlich stehen wir dennoch mitten in der Weihnachtszeit.
Nach all den stressigen Tagen tut es gut sich mit dem Evangelium für den kommenden Sonntag auseinanderzusetzen und zu schauen, wie dieser Text unser Glaubensleben bereichern kann.
"Das Wahre Licht, das jeden Menschen erleuchtet, kam in die Welt."
Dieser Vers aus dem Johannesevangelium, das wir an diesem Sonntag in der Eucharistiefeier hören, hat mich angesprochen.
Welch eine Kraftvolle Aussage, steckt in diesem kurzen aber zuversichtlichen Vers.
Dieser Vers will uns sagen, das Jesus Christus das Licht ist.
Von der Krippe geht eine Kraft aus.
Mehr noch, von diesem Kind in der Krippe geht ein Licht aus.
Dieses Licht ist so hell und anziehend, das sogar Hirten ihm folgen und staunend den Sohn Gottes anbeten.
Und auch die Sterndeuter, die Heiligen Drei Könige, deren Fest wir am 6 Januar feiern, folgen diesem Licht.
Bin auch ich bereit, diesem Licht dem die Hirten und die heiligen drei Könige folgten, entgegen zu gehen? 
Ich lade Sie ein, sich auch auf den Weg zur Krippe zu machen und so dieses Wahre Licht das jeden Menschen erleuchtet in Ihrem Leben Frucht bringen zu lassen.
Werden auch Sie zum Lichtträger Gottes.
Bringen Sie Gottes Liebe, sein Licht, seine Kraft in diese oft dunkle und kalte Welt.
Durch ein aufmunterndes Wort, durch ein aufrichtiges Gebet oder das entgegenstrecken der Hand, zu Menschen die in Not sind.
Ich würde mir wünschen, das Sie über die Weihnachtstage hinaus, dem Kind in der Krippe, Jesus Christus Raum in Ihrem Alltag geben.
Und wenn Sie das tun, dann dürfen sie sich sicher sein, das das Licht Gottes sie begleiten und ihren Lebensweg erhellen wird.
Herzlich Ihr Romano Hermyt

Image by chezbeate from Pixabay
Image by chezbeate from Pixabay

Wort zum Sonntag am Fest der Hl. Familie (Sonntag nach Weihnachten)

  

Familien im Wandel

 

 

Aus meiner Kindheit kenne ich das traditionelle Familienbild, das aus Vater, Mutter und Kind bestand. Ein anderes Muster war gar nicht denkbar. Es wurde nicht einmal öffentlich eingefordert eine andere Art von Familie zu zulassen, die von der sogenannten Traditionsfamilie abweicht. Ein anderes als das eben skizzierte Muster einer Familie war undenkbar. 
Zum Glück hat sich die Gesellschaft fortentwickelt. Im Rahmen dieser Fortentwicklung entstanden auch Familien, die von dem "üblichen" Familienmodell, bestehend aus Mutter, Vater und Kind abweichten. 
Der Begriff der Familie wurde in der Zwischenzeit kontrovers diskutiert. Es kam hinzu, dass hinterfragt wurde, was eine Familie ist und was nicht. 
Wenn Jesus Christus diese Diskussion mitverfolgt hat und ich bin mir sicher, dass er dies getan hat, wird er schmunzelnd sagen: "Meine lieben Schwestern und Brüder, dass habe ich Euch längst gesagt". 
Jesus sagt nämlich, dass wer ein Kind bei sich aufnimmt, ihn aufnimmt. Ob es bei den Personen, die das Kind aufnehmen ein heterosexuelles, schwules oder lesbisches Paar ist, hat der Sohn Gottes nicht gesagt und es der Überlieferung nach nicht ausgeschlossen. 
Für mich steht fest, dass wo Liebe zwischen zwei Menschen besteht auch Gott ist und Gott es ist, der die beiden Menschen zusammengeführt hat. Gott führt meiner religiösen Auffassung auch gleichgeschlechtliche Paare zusammen und er schenkt ihnen ebenfalls Kinder, ob mittels einer Adoption, der künstlichen Befruchtung oder einer Leihmutter. Letzteres sehe ich allerdings kritisch, was ich an der Stelle kurz anmerken möchte, da ich nicht zu den Befürwortern der Leihmutterschaft gehöre. Familie ist auch da, wo Kindern ein zu Hause gegeben wird, in dem sie Liebe, Fürsorge und Respekt durch ihre Eltern erfahren.  
All das können nicht alleine Mann und Frau sein, die das leisten können. Auch gleichgeschlechtliche Paare können dies sehr gut. Anstatt diese Familie naserümpfend anzusehen, sollte die Gesellschaft ihnen dankbar sein, das sie die schöne und gleichzeitig sehr verantwortungsvolle Aufgabe des Elternseins zum Kindeswohl wahrnehmen.  
Schließlich nehmen sie durch die Aufnahme eines Kindes den Messias zu sich, was Gott Ihnen danken wird. 
Eines verbindet alle diversen Formen von Familien auf dieser Welt
Es ist die Liebe. Und die Liebe ist wie es die amerikanische Sängerin Belinda Carlisle singt : heilig. 
Ihr/Euer 
Diakon
Carsten Kempen

Bild: Karl-Michael Soemer
Bild: Karl-Michael Soemer

Wort zum Weihnachtsfest

  

Weihnachten 

 

… Überall laute Menschen, volle Kaufhäuser, warteschlangen an der Kasse, schreiende Kinder, Laute Autos bis oben hin vollgepackt mit Geschenken.
Der Braten muss vorbereitet werden, der Weihnachtsbaum steht auch noch nicht, weil Vati noch auf dem Weihnachtsmarkt einen Glühwein trinkt.
Ja, so sieht er aus, der Weihnachtsstress im Jahr 2019.
Wie viele Familien sich an Heilig Abend sprichwörtlich den Kopf abgerissen haben, das kann man nur Mutmaßen.
Ist das der Sinn von Weihnachten?
Weihnachtsbraten, große teure Geschenke, Streit mit der Familie?
Ich maße mir an zu sagen, wer all dies als den Hauptgrund des Weihnachtsfestes sieht, hat das Evangelium das wir an Weihnachten hören, nicht verstanden.
Gott wird Mensch.
Er wird einer von uns, ein Mensch aus Fleisch und Blut.
Hilflos liegt das Jesuskind in der Krippe, in Windeln gewickelt. Wie ein normales Kind.
Und das ist es ja auch, ein normales Kind, ein Kind aus Fleisch und Blut. Und doch ist etwas anders.
Dieses Kind ist auch Gott.
Gott selbst wird einer von uns.
Er macht sich klein und scheut sich nicht davor, vom Himmel herab zu kommen und Mensch zu werden.
Dieser Heilige, nie ganz zu begreifende Gott, der Himmel und Erde erschaffen hat, der wird Mensch.
Wer konnte denn Ahnen, das der Messias, den uns das Alte Testament verheißt, Gott selbst ist in diesem Kind von Betlehem.
Wer dieses Geschenk der Menschwerdung Gottes in seinem Herzen bewegt, der wird immer tiefer erfahren, was es heißt Weihnachten zu feiern.
Gott wird Mensch, Welch ein großes und schönes Weihnachtsgeschenk.
Herzliche Grüße und ein gesegnetes Weihnachtsfest wünscht Ihnen / Euch
Romano Hermyt

Bild: Karl-Michael Soemer
Bild: Karl-Michael Soemer

Wort zum Sonntag am 4. Adventssonntag

  

Gemischte Gefühle

 

Es sind noch zwei Tage, bis die Geschenke unter dem Tannenbaum geöffnet werden. Es sind noch zwei Tage bis die Familie vereint am Tisch sitzt und das Weihnachtsessen genießt. Es sind noch zwei Tage bis der Besuchsmarathon in den Familien am Fest der Liebe beginnt. Familien, die unter sich an diesen Tagen bleiben wollen, sei dies gegönnt. Weihnachten soll nicht zu Erschöpfungszuständen unter dem Tannenbaum führen.

 

Wie schon Heinz Becker aus der Fernsehserie: "Familie Heinz Becker" sagte ist Weihnachten reine Nervensache. 

Und bei einigen Menschen liegen die Nerven in zwei Tagen wahrscheinlich blank. Wohingegen andere in Eintracht und Harmonie die Geburt Jesu im Kreise ihrer Lieben feiern. Freud und Leid liegen eben nah beieinander. 

 

Die Telefonseelsorge ist an Weihnachten die einzige Kontaktperson für all jene, die einsam und traurig das Fest verbringen.

Die Polizei ist an Weihnachten häufig damit beschäftigt, Streitigkeiten bei Familienfeiern zu schlichten. Oh Du fröhliche Weihnachtszeit. 

Der heilige Josef wurde von einem Engel dazu angehalten die schwangere Maria zu sich zu nehmen, was er auch in die Tat umsetzte. 

 

Gerne lade ich Sie und Euch dazu ein, vor aber auch an Weihnachten in sich zu gehen, wie es Jesus Ziehvater Josef auch machte. Vielleicht kommt dabei ein Gebet oder eine andere gute Tat für jene Menschen dabei heraus, die an Weihnachten alleine oder traurig bzw. in einem Konflikt mit ihrer Familie stecken. 

 

Ihnen und Euch wünsche ich ein frohes , gesegnetes und friedliches Weihnachtsfest. 

 

Ihr/Euer 

Diakon

Carsten Kempen


Image by billy cedeno from Pixabay
Image by billy cedeno from Pixabay

Wort zum Sonntag am 3. Adventssonntag

  

Hoffnung im Müll

 

Wir sind überall im Stadtpark und auf Chefetagen. Wir sind überall im Hochhaus und in Tiefgaragen. 
Einigen unter Euch und Ihnen werden die Eingangszeilen vielleicht bekannt vorkommen. Sie stammen aus dem Lied mit dem Titel: "Wir sind überall", das die aus Ostdeutschland kommende Band "Die Prinzen" gesungen hat. 
Nun soll sich die Kirche nicht vorwiegend in irgendwelchen Chefetagen oder Business-Hochhäusern aufhalten, um dort zu wirken, denn dort würde sie ihre Zeit verschwenden, die sie anderswo sinnvoller einsetzen kann. 
Die Missionsschwester Angelina kümmert sich seit über 50 Jahren um das Leben und Überleben von Kindern, die in Ghana auf einer Müllhalde leben. 
Menschliches Elend habe ich durch meine Besuche in den Armenvierteln Südafrikas bereits zu Gesicht bekommen. Die Bilder von Kindern, die im Müll leben waren mir neu. Sie haben mich sehr erschrocken.
Bevor ich meine Zeit unnütz an einem Platz dieser Welt verschwende, ginge ich auch zu jenen Kindern in Not, die auf der Müllhalde in Ghana zu Hause sind. 
Im heutigen Sonntagsevangelium weist Jesus Christus nochmal ganz genau darauf hin, dass er sich der Menschen in Not annimmt. 
Die Not, in der sich die Kinder in Ghana befinden ist von Menschenhand  gemacht. Da wo Menschen andere Menschen durch Ignoranz, Gleichgültigkeit, fehlender Mitmenschlichkeit und Profitstreben in den Schmutz einer Müllhalde ziehen, muss es eine Kirche geben, die diese Menschen aus dem Dreck befreit. Wenn man in diesen Tagen hört, dass ein Geistlicher eine Immobilie für einen hohen sechsteiligen Betrag erwirbt, darf ich gerne an der Stelle die Empfehlung verlautbaren lassen, dass solche Summen oder ein Großteil von ihnen für das Leben und Überleben der Kinder von der Müllhalde in Ghana sehr gut investiert wären.
Jesus, der heilige Franziskus und Robin Hood haben eines gemeinsam: Sie lebten  für die Armen und Kranken. Sie trugen Sorge dafür, dass Menschen in Not auch finanziell unterstützt wurden.
Aus Menschenhand geschaffene Not treffen wir natürlich auch bereits vor unseren Haustüren an. Zu wenig bezahlbarer Wohnraum für Familien oder zu wenige Pflegekräfte für unsere Senioren. 
Überall da, wo Not ist haben Kirche und Gesellschaft zu sein, um der Not Paroli zu bieten. Von mir aus lassen Sie/lasst uns wie die Prinzen ein Lied darüber schreiben, wenn wir raus gehen und Gutes tun. 
Ich wünsche Ihnen und Euch einen gesegneten 3. Advent.
Ihr/Euer 
Diakon
Carsten Kempen

Image by Ichigo121212 from Pixabay
Image by Ichigo121212 from Pixabay

Wort zum Sonntag am 2. Adventssonntag

  

Umkehr zum Guten

 

In den USA zieht es Menschenmassen an den Wochenenden in Baseball oder Rugbystadien des Landes. Familien mit Kindern verbringen einen Großteil ihrer Freizeit mit den populären Sportarten in ihrer Heimat. 
Weit weg von diesen Orten der Sportereignisse liegen Justizvollzugsanstalten, in denen Straftäter ihre Haftstrafe verbüßen. In den Gefängnissen trifft man oft Menschen an, deren Sozialprognose nicht als aussichtsreich zu bezeichnen ist. 
Aber auch hier gelten folgende Aussagen: "Die Hoffnung stirbt zuletzt" oder: "Es geschehen noch Zeichen und Wunder". 
Schwerverbrecher oder auch Mördern, denen ein Aufenthalt im Gefängnis bis zu deren Lebensende vorausgesagt wurden, kommen während ihrer Inhaftierung in Berührung mit Gott. 
Durch diese Begegnung finden manche von diesen sogenannten schweren Jungs sogar zurück zum Glauben. Dadurch bedingt hängen viele jener, die zu ihrem Schöpfer finden oder zurück fanden ihre kriminelle Karriere an den Nagel und beginnen sich von grundauf zu  bessern. 
In einigen Fällen wurde sogar aus dem ein oder anderem Bösewicht ein katholischer Priester, nachdem er sich  vom Bösen abwendete und zum Guten umkehrte. 
Bereitet dem Herrn den Weg und ebnet ihm die Straßen. So heisst es im heutigen Sonntagsevangelium. 
Anhand der positiven Entwicklung der Häftlinge lässt sich sagen, dass ihnen durch den Herrn auch ein Weg bereitet wurde. Nämlich der Weg zur Umkehr. Weg vom Bösen. Hin zum Guten. 
In Bezug auf Häftlinge sollten wir nie die Hoffnung verlieren, dass diese, so schlimm oder weniger schlimm ihre Taten waren, die zu ihrer gerichtlichen Verurteilung führten, Menschen sind, die sich wie jeder andere Mensch, ändern kann.
Gönnen wir ihnen die Gelegenheit und das Geschenk auf den Pfaden des Friedens und der Liebe zu wandeln, so wie Jesus Christus uns die vorgelebt hat. 
Ich wünsche Ihnen und Euch ein gesegneten 2. Advent. 
Ihr/Euer 
Diakon 
Carsten Kempen

Image by Karl-Michael Soemer
Image by Karl-Michael Soemer

Wort zum Sonntag am 1. Adventssonntag

  

365 Tage Not 

 

Heute am 01. Advent beginnt der weihnachtliche Festkreis. Nicht nur in der Kirche. Auch im Handel und in den Medien. Bei Letzteren noch einmal ganz besonders. Weihnachten da sitzt der Geldbeutel immer etwas lockerer. Die Bereitschaft zu schenken und zu spenden ist vor dem Fest von Christi Geburt mehr denn je vorhanden. Im Fernsehen laufen auf den verschiedenen Sendern Wohltätigkeitssendungen für Arme, Obdachlose und Kranke. Es ist nicht so, als ob ich diese meist sehr herzerweichende Shows infrage stelle. Immerhin kommt über diese Formate viel Geld für Menschen in Not zusammen, was auch sehr begrüßenswert ist. 
Nur eines darf hier nicht vergessen werden. Das Menschen auf der Strasse leben, das Menschen schwer krank sind, das Menschen notleidend sind, ist nicht nur an Weihnachten der Fall !
Von daher sollten die sogenannten Spendierhosen nicht nur zur Weihnachtszeit sondern auch ausserhalb dieses Zeitraums angezogen werden, um Menschen in Not zu schützen.
Es dürfen nicht alleine Beiträge in den Medien sein, die uns an Weihnachten sagen, dass wenn die 10 jährige Tochter das neueste I Phone bekommt vielleicht noch 5 Euro für einen guten Zweck an eine caritative Einrichtung gehen können. Einen "Noteuro der Nächstenliebe" kann jeder durchaus einmal im Monat einer sozialen Initiative, die sich für Notleidende einsetzt geben. 
Dies soll keine Belehrung sein. Wenn ein Geistlicher mit dem erhobenen Zeigefinger auf der Kanzel steht, um daran zu erinnern, was falsch und richtig ist, weckt das eher die Bereitschaft den Rückwärtsgang einzulegen und das Haus Gottes zu verlassen. Mir liegt das Belehren auch fern. Vielmehr soll Kirche Motor des guten Handeln und Denkens sein. Selbst soll sie mit guten Taten vorangehen und die Gesellschaft mit der Bereitschaft zur Wohltätigkeit anstecken. 
Kirche ist jene, die Denkanstöße und Alternativen für die Lösungen der Weltprobleme geben soll. 
Im heutigen  Evangelium ist von der Ankunft des Menschensohnes die Rede. Jener Menschensohn, der Sohn Gottes kam auf diese Welt, um zu geben. Er gab Liebe, er gab Hilfe und opferte sich letztendlich für unsere Sünden. 
Schauen wir nicht einzig und allein in den vor uns liegenden 24 Tagen, bis wir seine Ankunft auf der Erde feiern darauf unsere Hilfe für Menschen in Not jetzt unter Beweis zu stellen, sondern bedenken wir, dass es notleidende Personen 365 Tage im Jahr gibt, die täglich unserer Hilfe - bereits vor unseren Haustüren befindlich- bedürfen. 
Heute ist ebenfalls Welt-Aids-Tag. Zeigen wir uns solidarisch mit jenen, die an der unheilbaren Krankheit leiden und mit jenen, die auf ihre Erlösung von ihrem Leiden auf den Menschensohn, den Messias warten, der sie zu einer Stunde erlöst, wenn keiner mit ihm ihm rechnet. 
Möchten wir aber unseren Erlöser im Gebet darum bitten, der Medizin den Durchbruch zu schenken, dessen Ergebnis die Heilung dieser schrecklichen Krankheit ist.  Amen. 
Ihr Diakon
Carsten Kempen

Image by Myriam Zilles from Pixabay
Image by Myriam Zilles from Pixabay

Wort zum Sonntag am Christkönigssonntag

  

Jesus reicht uns seine Hand

 

 

Im Jahr 2013 besuchte ich mit meinem ältesten Sohn Mats, der damals 13 war Südafrika. Im Gegensatz zu mir war Mats von der Idee zu Fuß den Tafelberg in Kapstadt hinauf und wieder runter zu laufen äussert begeistert. 
Meine Versuche ihn mit Cola, Burgern oder Süssigkeiten soweit zu kriegen, dass wir mit der Seilbahn auf den Berg fahren, waren nicht von Erfolg gekrönt. 
Ein letzter Joker war das Wetter. Da es an den meisten Tagen unseres Aufenthaltes am Westkap rund um den Berg dichter Nebel lag, war an einen Aufstieg nicht zu denken. 
Bis jener Sonntag kam und die Sonne den Nebel rund um den Berg verbannte. Mats war nicht mehr zu halten und ich gab mich geschlagen. Bei 37 Grad Hitze liefen wir von der Talstation aus den 1085 Meter hohen Berg bis nach ganz oben. Das Tempo, das Mats an den Tag legte war enorm. Um ihn nicht aus den Augen zu verlieren, bat ich ihn mehrfach seine Kondition nicht mit der meinen zu vergleichen und ein paar Gänge zurück zu schalten. Es fiel ihm schwer, aber er trieb mich an, nicht aufzugeben. Diese Blösse wollte ich mir nicht geben, zumal ich ihm doch den Gefallen tun wollte, gemeinsam mit ihm auf das Wahrzeichen der Stadt zu klettern. 
Nach 4 Stunden hatten wir die Bergspitze erreicht. So wie ein Boxer nach einem gezielten Schlag seines Gegners auf die Bretter geht, ging auch ich zu Boden, weil mich die Erschöpfung umgehauen hatte. Meine Beine spürte ich gar nicht mehr. Mats, der sich bereits zu Fuß auf den Rückweg machen wollte, konnte ich nun mit dem Kauf von Cola, Burgern und Süssigkeiten davon überzeugen den Rückweg mit der Seilbahn anzutreten. 
Zurückblickend glaube ich, dass ich aus eigenem Antrieb alleine diesen Weg nicht geschafft habe, da ich kein sportlich aktiver Mensch bin. 
Im heutigen Sonntagsevangelium nimmt aus meiner Sicht Jesus den Mann, der weil er gegen das Gesetz verstoßen hat mit ins Paradies. Auch wenn das heutige Evangelium dies so nicht sagt, so nimmt Jesus jenen, der ihm heutigen Sonntagsevangelium als Verbrecher bezeichnet wird an die Hand, um ihn ins Paradies zu führen. 
Jesus reicht seine Hand nicht ausschließlich jenen die sterben, sondern er reicht jedem von uns täglich seine Hand, um uns durch unser Leben zu begleiten oder uns durch Stationen unseres Lebens zu führen. 
So nahm er auch mich an seine Hand und führte mich auf den Berg. Davon bin ich überzeugt. 
Reichen wir dem Sohn Gottes unsere Hand. Er wird uns sicher an unsere Ziele bringen und im Alltag begleiten. Lassen Sie uns gemeinsam  daran glauben.
Ihr Diakon 
Carsten Kempen

Image by Paolo Trabattoni from Pixabay
Image by Paolo Trabattoni from Pixabay

Wort zum Sonntag am 33. Sonntag im Jahreskreis 

  

Der maskierte Schütze und die Standhaftigkeit

 

Wer einmal vorhat die Stadt Belfast zu besuchen, empfehle ich ich einen Ausflug in das dunkle Kapitel von Nordirland. Jeder Taxifahrer bietet für umgerechnet 35 Euro die sogenannte "Black Taxi Tour" an. 

 

Die Fahrt führt vorbei an einem ehemaligen Gefängnis, wo während des Nordirlandkonfliktes in den H Blöcken die politischen Gefangenen inhaftiert waren. Zu ihnen gehörten Mitglieder der IRA, die während des Nordirlandkonfliktes für Gewalt, Angst und Schrecken sorgte. Die Bezeichnung H Blöcke ergibt sich daraus, dass dieses Gebäude in Form eines großen H gebaut wurde.

 

Wenige Minuten später hält das Taxi in einem Wohnviertel. An den Mauern der Häuser befinden sich Wandmalereien, deren Motive an den Krieg zwischen Katholiken und Protestanten während des Nordirlandkonfliktes erinnern.

Egal wie ich mich auch bewegte, das Fernzielrohr des Gewehres eines maskierten Mannes, dessen Bild sich auf einer Aussenwand des Hauses befand, von dem ich cirka 10 Meter entfernt stand, verfolgte mich auf jeden Schritt. In das besagte Werk ist eine optische Täuschung eingebaut, wie ich später von meinem Bruder, der mich begleitete erfuhr. 

Bis zum Karfreitagsabkommen 1998 war es an der Tagesordnung, dass Scharfschützen wie auf dem beschriebenen Bild in dem Viertel, das ich besuchte auf Christen, die nicht zu ihrer Konfession gehörten oder britische Soldaten schossen. 

 

Obwohl die meisten Krieger von katholischer und evangelischer nach dem Zustandekommen des Karfreitagsabkommens freiwillig ihre Waffen abgaben, kämpfen in dem von mir besuchten Teil von Belfast vereinzelte Gruppen heute noch vereinzelt und "selten" gegeneinander und setzen den Konflikt zwischen Katholiken und Protestanten fort. 

 

Im heutigen Sonntagsevangelium sagt Jesus beunruhigende Nachrichten voraus, die der Menschheit Unheil bringen werden. Auch wenn die Geschehnisse, von denen im Evangelium die Rede ist etliche Jahre zurückliegen, hat sich was Kriege in der Welt anbetrifft nicht viel geändert.

Jesus ruft in der frohen Botschaft zur Standhaftigkeit auf.

 

 Zu dieser möchte ich uns alle ermutigen. Mögen wir den Frieden in die Welt tragen. Mögen wir für ihn beten. Mögen wir jede Art von Gewalt unter der Menschheit ablehnen. Mögen wir nie vergessen, dass wir auch trotz religiöser und politischer Ansichten, die von einander abweichen können, immer etwas ganz Besonderes haben werden, das uns vereint.  Nämlich, dass wir alle Schwestern und Brüder, dass wir alle Kinder Gottes sind. Gottes Wunsch ist es, dass wir in diesem geschwisterlichen Bund uns die Hand reichen anstatt eine Waffe gegen seine Geschwister zu richten. 

Bleiben wir standhaft zu Gunsten der Liebe und des Friedens im Namen der uns alle vereinenden Geschwisterlichkeit. 

 

Ihr/Euer 

 

Diakon Carsten Kempen


Image by Free-Photos from Pixabay
Image by Free-Photos from Pixabay

Wort zum Sonntag am 32. Sonntag im Jahreskreis 

  

Das Bild vom Paradies 

 

 Man stelle sich im Paradies 7 Männer vor, die sich untereinander in einem Konkurrenzkampf um eine Frau, mit der sie einst verheiratet waren befinden. Das hat was von der Bachelorette wie man sie von RTL kennt. Die Nacht der Rosen, wo die Angebetete, dem Mann, der an ihrer Seite bleiben darf eine Rose überreicht, wird keiner der Beteiligten aus dem Evangelium des 32. Jahreskreises erleben. 

Das besagte Evangelium sagt nichts über die Qualität der Ehen aus. Je nach Verlauf der Ehe möchte die Frau keinen der sieben Männer oder einen einzelnen oder einzelne erneut in ihrer Nähe wissen. 
Vielleicht geht es den Herren in der Geschichte ähnlich. 
Die Wahrheit kennt nur Gott. Er ist ein Gott der Lebenden, daran besteht kein Zweifel. Er ist aber auch ein Gott des Friedens unter den Menschen. Neid, Konkurrenz oder Intrigen, gibt es im Reich des Herrn nicht. Wer sich danach sehnt, kann sich davon auf Erden genug ansehen. Ein Blick in die Zeitung oder die sozialen Medien reicht aus, um zu sehen, dass es in der Welt mehr hart als herzlich zugeht. 
Ruhet in Frieden. Das wünschen wir unseren Toten und zu diesem Ruhen passt nur das ewige Leben im Paradies in Frieden, wo all das Schlechte und Böse dieser Welt keinen Sitzplatz findet.
Ihr Diakon 
Carsten Kempen

Image by Ulrike Leone from Pixabay
Image by Ulrike Leone from Pixabay

Wort zum Sonntag am 31. Sonntag im Jahreskreis 

 

 

Auf Bäume klettern 

 

 Als Kind spielte ich in Wäldern und kletterte auch auf Bäume, von denen ich aus dann aber eher Lausbubenstreiche ausführte, auf deren Umfang ich hier nicht näher eingehen möchte 🙂. 

Im Sonntagsevangelium ist von einem Zöllner die Rede, der sich um von Jesus gesehen zu werden auf einen Baum setzt. Als Jesus ihn dort sieht, geht er auf ihn zu und erfährt vom Zöllner, dass dieser die Armen unterstützt hat. 
Armut und Leid wird es solange die Welt bestehen bleibt nie aufhören zu existieren. Der Wohlstand in dem viele Menschen leben ist nicht selbstverständlich. 
Das wir eine Arbeit haben, ein Dach über dem Kopf besitzen und nicht hungern müssen ist auch nicht selbstverständlich. Leider ist dies vielen Menschen nicht bewusst, die nicht an Hunger, Durst, Armut oder Krankheiten leiden. 
Jeder kann einen Beitrag zu einer besseren Welt leisten, auch was die Unterstützung Hungernder, Armen, Obdachlosen und weiteren Menschen in Not betrifft. Wir, für die Wohlstand oder gute Lebensverhältnisse etwas Selbstverständliches ist, kann von diesem für sie oder ihm Selbstverständlichen wie Brot, Wasser oder eine kleine Geldspende für Menschen in Not abgeben. Wir Menschen, die auf der "Sonnenseite" des Lebens stehen dürfen nicht vergessen, dass unsere Lebenslaufbahn unter unglücklichen Umständen hätte ungünstiger verlaufen können, so dass wir heute an der Stelle jener Menschen wären, die zu den Menschen in Not gehören. Und dann ? Und dann wären wir doch auch sehr froh, wenn uns ein Mensch, der sich nicht in der Notsituation befindet, helfend zur Seite steht. 
Wenn wir Leid sehen, sollten wir uns immer vor Augen halten, dass es auch unser Leid hätte sein können. 
Was ich uns wünsche ist, dass auch wir uns nachdem wir den Menschen in Not geholfen haben auf einen Baum setzten können und sagen: "Jesus schau her, was ich einem geringeren Deiner Brüder oder Schwestern Gutes getan habe". Der Zöllner im Evangelium vom 31. Sonntag im Jahreskreis ist mit gutem Beispiel vorangegangen. Machen wir es ihm nach.
Ihr Diakon 
Carsten Kempen 

Image by Jody Davis from Pixabay
Image by Jody Davis from Pixabay

Wort zum Sonntag am 29. Sonntag im Jahreskreis 

 

 

Welches Opfer kann ich bringen ?

 

 Wenn ich an Menschen denke, die in der Geschichte dieser Welt ein Opfer gebracht haben, fällt mir der Franziskaner-Minorit Maximilian Kolbe ein, der im Konzentrationslager Auschwitz sein Leben für einen Familienvater liess, der durch die SS ermordet werden sollte. 

Der evangelische Theologe Dietrich Bonhoeffer gehörte zu einem der bekanntesten Widerstandskämpfer im dritten Reich, was zu seinem Tod am Strang im Kfz Flossenbürg führte.
Wenn sich Gott eines für uns Menschen auf Erden wünscht, dann ist es Frieden, der zwischen uns Schwestern sowie Brüdern herrschen soll. Ereignisse wie in Halle an der Saale und der Krieg zwischen der Türkei gegen kurdische Truppen in Nordsyrien zeigen, dass der Friede unter den Menschen eines Opfers bedarf, damit der Friede auf Erden eintritt. 
Dieses Opfer darf kein Menschenleben sein, dass für den Weltfrieden geopfert werden muss. Es reicht das Gebetsopfer, das wir als Christen darbringen können, indem wir in unseren Gebeten Gott um Frieden auf Erden bitten. 
Ihr/Euer Diakon
Carsten Kempen

 


Image by Pete Linforth from Pixabay
Image by Pete Linforth from Pixabay

Wort zum Sonntag am 28. Sonntag im Jahreskreis 

 

 

Jesus im Grenzgebiet von Samarien und Galiläa

 

 

11 Und es geschah auf dem Weg nach Jerusalem: Jesus zog durch das Grenzgebiet von Samarien und Galiläa. 12  Als er in ein Dorf hineingehen wollte, kamen ihm zehn Aussätzige entgegen. Sie blieben in der Ferne stehen 13   und riefen: Jesus, Meister, hab Erbarmen mit uns! 14  Als er sie sah, sagte er zu ihnen: Geht, zeigt euch den Priestern! Und es geschah, während sie hingingen, wurden sie rein. 15  Einer von ihnen aber kehrte um, als er sah, dass er geheilt war; und er lobte Gott mit lauter Stimme. 16        Er warf sich vor den Füßen Jesu auf das Angesicht und dankte ihm. Dieser Mann war ein Samariter. 17  Da sagte Jesus: Sind nicht zehn rein geworden? Wo sind die neun? 18  Ist denn keiner umgekehrt, um Gott zu ehren, außer diesem Fremden? 19  Und er sagte zu ihm: Ste h auf und geh! Dein Glaube hat dich gerettet. ( Einheitsübersetzung – 2016)

 

Sofort fällt mir bei dem Evangelientext, wo 10 Auswärtige geheilt werden, auch das Gleichnis ein, wer ist dem Opfer, das unter die Räuber fällt und fast erschlagen wird, der Nächste. Auch im Gleichnis ist es ein Mann aus Samarien, der dem Opfer Barmherzigkeit zukommen lässt. - Unser Gott fordert von uns: "Seid barmherzig untereinander, so wie ich barmherzig zu euch bin!" - Schon in den 10 Geboten steht: 

1. Du sollst Gott lieben mit all deinen
     Sinnen!
2. Du sollst Deinen Nächsten lieben wie
    dich selbst!
Der Evangelientext schildert, dass die 10 Auswärtigen aus Verantwortung in der Ferne stehen bleiben. - Sie erkennen Alle, dass Jesus von Gott  gekommen ist und sagen folgerichtig: " Hab Erbarmen mit uns!" - Jesus, in der Vollmacht des Vaters, hat Erbarmen mit Ihnen. - Sein Befehl:"Geht, zeigt euch den Priestern!"-dient im Prinzip der Glaubensprüfung. Diese Prüfung haben Alle 10 bestanden, denn Alle sind zu den Priestern gegangen. - Sie hätten auch der Hoffnungslosigkeit verfallen können. - Noch während sie hingingen, wurden sie rein. -  Der Glaube hat sie geheilt!
Vers 15 ist der Wendepunkt im LEBEN für einen der ehemals Auswärtigen. Während 9 von 10 (90%) dem gewohnten LEBEN nachgehen, erkennt wenigstens1 von 10 (10%), woher die Heilung geschehen ist. - Und genau dieser eine, ein Fremder, ist ebenfalls ein Samariter wie im Gleichnis. -  Und der kommt Gott lobend zurück zu Jesus. Hieran ist erkennbar, wie echte Nachfolge praktiziert werden muss.
DU SOLLST GOTT LIEBEN MIT ALL DEINEN SINNEN! 
Jesus wäre als einfacher Mensch wahrscheinlich enttäuscht gewesen von dem Erfolg seines Handelns. Aber er erkennt genau diese Schwäche des Menschen. - ERFOLGSDENKEN! - Weil er vom Vater gesandt worden ist, weiss er, dass jede gute Frucht auch weiter gute Frucht bringt! - Die gute Frucht ist in diesem Fall : GOTT LOBEN! - Jetzt kann er diesen Einen auch in die Welt - ins LEBEN - senden. Er sendet ihn wie ein Schaf mitten unter die Wölfe! - Als guter Hirte weiss er, es geht keines dieser Schafe verloren!- AMEN!
Lothar Schmieding

 


Image by Michi-Nordlicht from Pixabay
Image by Michi-Nordlicht from Pixabay

Wort zum Sonntag am 27. Sonntag im Jahreskreis (Erntedank)

 

 

Erntedank

 

 

Dankbarkeit liegt in der Natur des Menschen: Wir sind davon abhängig Dinge die für das Leben notwendig sind zu bekommen, um so unsere Existenz und unser Fortbestehen zu sichern. Der Gedanke, dass unser Leben nun Fortbestand hat, wir eventuell einen kalten Winter überstehen oder eine schwere Krankheit lässt uns Dank empfinden – zumindest sollte es so sein.

Unsere Vorfahren, unsere Ahnen, lebten in der bewussten Wahrnehmung der Jahreszeiten:
Zum Ende des Winters, wenn die Tage länger wurden und der Boden langsam taute, wurden die Äcker urbar gemacht. Sie wurden gepflügt, eventuell mit dem über den Winter gesammelten Dung genährt und vorbereitet zur Aussaat.
Im Frühling wurde die Saat ausgebracht, die Zwiebeln vom Vorjahr und andere Knollen eingesetzt. Zeitgleich begann die bunte Zeit: Alles grünte und begann zu blühen. Die Zeit der Feste war gekommen.

Der Sommer bedeutete erste Ernten, Jagen und Fischen, aber auch das erste Einlegen von Obst und Gemüse für den Winter, der mit großer Gewissheit immer und immer wieder kommt.

Und kaum war der Sommer zu Ende, musste nun im Herbst alles eingebracht werden was reif und nahrhaft war für die kalte Zeit.
Es war die Zeit des großen Danks an die Götter für die reiche Frucht die unsere Vorfahren den Winter überleben lies.
Und dann war da der Winter: Für unsere Ahnen begann die dunkle Zeit mit dem Gedenken an die Toten Ende Oktober und dem Willkommen heißen des Stechpalmenkönigs. Oft verbunden mit dunklen und grausamen Ritualen, die wir ablegen konnten mit der Verbreitung der Heiligen Schrift. Im Winter da wurde repariert oder neu geschaffen was für das kommende Jahr, den neuen Kreislauf notwendig war.
Unsere Vorfahren lebten mit und im Kreislauf der Jahreszeiten. Und die Kirche übernahm diese Feste und Traditionen (sofern sie gut und sinnvoll für den Menschen und den Glauben waren) weil auch die Mönche und Nonnen die Europa das Wort des Herrn brachten um die Wichtigkeit der Jahreszeiten und des Lebens mit der Natur wussten.
Doch statt oft grausamen und gar merkwürdigen Göttern zu danken, dankte man nun bei der Ernte dem Schöpfer und seinem Sohn Jesus Christus. Man wusste nun wer uns das Leben und die Frucht der Erde schenkt.

Und heute? Erntedank ist vielen ein Begriff den man nicht mehr kennt. Das amerikanische Thanksgiving (welches Ende November gefeiert wird und der Ankunft der Pilgerväter auf dem neuentdeckten amerikanischen Kontinent gedenkt) ist oftmals bekannter. Noch geläufiger ist den meisten Halloween, das Fest der Toten welches im Christentum nicht gruseligen Gestalten sondern dem Leben und Wirken der Heiligen gewidmet ist und am 1. November mit Allerheiligen gefeiert wird.

Dankbarkeit für Nahrung ist vielen fremd: Supermärkte haben mittlerweile rund um die Uhr geöffnet und exotische Früchte gibt es das ganze Jahr über. Weder Obstregal noch Fleischtheke lassen uns wissen ob Frühling, Sommer, Herbst oder Winter ist. Nur der Ansturm von Lebkuchen und Weihnachtsdeko im August schon weißt auf den 5 Monate später beginnenden Winter hin.

Wofür also noch Dank empfinden?

Hier gilt es nun individuelle Alternativen zu schaffen, für die wir dankbar sein können: Bei mir ist es die Gesundheit meiner Katze, einen festen Arbeitsplatz zu haben und in einem Land zu leben das mittlerweile Jahrzehnte vom Krieg verschont ist und über ein gutes Sozialsystem verfügt.
Ob es dafür ein eigenes Fest braucht sei dahingestellt.
Ich selbst sehe Erntedank mittlerweile nicht mehr wie unsere Vorfahren als Dank für die Ernte und Nahrung, viel mehr als Wertschätzung für jene die Tag für Tag daran arbeiten das unsere Regale in den Supermärkten so gut gefüllt sind: Die Bauern und jene die in der Nahrungsmittelindustrie oft extrem harte Arbeit leisten.
Erntedank kann auch Rückbesinnung sein auf die Herkunft unserer Nahrung:
Muss es das ganze Jahr Obst sein das eingeflogen wird? Oder ist es nicht sinnvoller sich wieder auf die Jahreszeiten zu besinnen und den regionalen Wochenmarkt zu besuchen?
Muss Fleisch wirklich billiger als Gemüse sein? Ich denke da nur an den aktuellen Fleischskandal der sogar Menschenleben gekostet hat.

Soll der Laib Brot wirklich mit Schweineborsten im Teig behandelt sein um eine gewisse Struktur zu schaffen die jedem gefällt oder darf ein Laib Brot wieder mehr als 99 Cent kosten?

Wäre es nicht sinnvoll, dass die die für unser täglich Brot arbeiten auch vernünftig bezahlt werden?

All dies Gedanken die man sich an Erntedank stellen kann.

Und dann der Dank an Gott: Dafür dass wir immer noch von größeren Klimakatastrophen verschont sind und nicht hungern müssen. Dafür das unser Tisch täglich überquillt von Essen und Trinken, selbst dann wenn wir wenig Geld haben – weil es ein funktionierendes Sozialsystem gibt.

Und dafür das unser Ökossystem noch immer durchhält, obwohl die Müllberge wachsen weil wir viel zu viel wegwerfen.

Letztendlich auch dafür, dass Gott uns ein Hirn gegeben hat um über solche Dinge nachzudenken.

 

Euer Michael Peter Hoppmann


Image by cocoparisienne from Pixabay
Image by cocoparisienne from Pixabay

Wort zum Sonntag am 25. Sonntag im Jahreskreis

 

 

Ohne Umwege in die ewige Wohnung 

 

Im Gespräch mit Gläubigen wird mir oft die Frage gestellt, ob Verstorbene direkt ins Paradies kommen, wenn sie für immer eingeschlafen sind. Bei den Dialogen stellen sich oft häufig verschiedene Vorstellungsmuster heraus, wie sich die Menschen ihre Zeit nach dem Tod vorstellen. Es gibt Menschen, die daran glauben, dass sie vor Gott stehen und ihre Sünden, die sie auf der Erde begangen haben durch ihren Schöpfer vor Augen geführt wird. Erst dann, wenn sich die verstorbene Seele zu ihren Verfehlungen für "schuldig" bekennt, würden sich die Pforten zum Paradies öffnen. Andere sind fest der Überzeugung, dass Gott ihre Seelen direkt nach dem Entschlafen in ihre ewige Wohnung führt. Manche vertreten die Auffassung, dass sie von den Menschen, die ihnen wichtig waren und bereits vor ihnen von dieser Welt gegangen sind an der Himmelstür in Empfang nehmen und sie ins Paradies führen. 
Wie sie sehen, gibt es viele Bilder davon, die sich Menschen ausmalen, was ihr Leben nach dem Tod betrifft. Wäre ich Professor für Kunst und diese Menschen wären meine Studenten, so müsste ich hingehen und diese Bilder mit einer Note sowie mit einem Kommentar gegebenenfalls bewerten. Als Diakon kann ich den Menschen die Freiheit lassen an ihrem Bild vom Weg ins Paradies festzuhalten oder abzuweichen. Im Endeffekt habe ich die Möglichkeit ihnen mein Bild vom Weg ins Paradies wörtlich zu beschreiben. Nur verlange ich nicht, dass sie es annehmen. 
Meiner Auffassung nach glaube ich nicht, dass an der Himmelstür ein Gott mit meinem Sündenregister in der Hand auf mich wartet, um mir meine Verfehlungen vorzuhalten und darauf wartet, was ich zu meiner Verteidigung vorzubringen habe. Vielmehr vertraue ich auf einem Gott, der mich in den Arm nimmt und im Paradies willkommen heißt. Mir ohne Hindernisse den Weg in meine ewige Wohnung weist. Ich vertraue auf einen Gott, der mich so sehr liebt, dass er mir all meine Sünden vergeben hat und ich frei von jeder Schuld meinen Platz im Paradies ohne Barrieren erreiche. 
Diese Ansicht wünsche ich Ihnen und Euch zumindest auch. 
Ihr/Euer 
Diakon Carsten Kempen

Photo by Josep Castells on Unsplash
Photo by Josep Castells on Unsplash

Wort zum Sonntag am 22. Sonntag im Jahreskreis

 

Abenteuer Familie

Familie ist nicht immer einfach sagte einst der Assistent eines Kommissares in einer Krimiserie.

Diese Aussage ist sehr zutreffend. Die Familie bei der alles rund läuft und wo allzeit der Haussegen gerade hängt, müsste noch gebacken werden. So manches Gewitter zieht manchmal über den Familienmitgliedern auf. Es blitzt, kracht und donnert. Und ja da war doch was.

Genau das: "Ein Gewitter reinigt die Luft". Solche Gewitter können auch schon mal etwas andauern. Sie beruhigen sich nicht von gleich auf jetzt. So fragt sich dann der ein oder andere an dem Familiengewitter freiwillig oder auch unfreiwillig Beteiligte  es noch donnern und krachen mag. Denn die Last des Konflikts liegt einer Partei, die sich vielleicht durch den Streit verletzt fühlt besonders schwer auf dem Magen.

In dieser für Menschen nicht einfachen Lage hilft mir persönlich das Gespräch mit Gott. In ihm finde ich Zuhörer, Tröster und Halt in einer Person. Wenn jemand das Gefühl hat, nur Türen zu öffnen, hinter denen sich Probleme verbergen, der findet in Gott jenen, der ihn väterlich an die Hand nimmt und ihn zu einer Tür führt, hinter der sich ein Weg zur Versöhnung, ein Weg des Verzeihens, ein Weg zum Respekt und liebevollen Umgangs sowie der Weg zu einer familiären Einheit befindet.

Diese durch Gott ermöglichte Begegnung wünsche ich allen Menschen dieser Erde, die sich im Konflikt mit ihren Mitmenschen befinden. Lassen Sie sich von Gott an die Hand nehmen. Es lohnt sich.

Ihr Diakon 
Carsten Kempen 

 


pixabay.com/users/11333328
pixabay.com/users/11333328

Wort zum Sonntag am 21. Sonntag im Jahreskreis

 

GamesCom 

 

In dieser Woche findet in Köln die Gamescom statt. Eine der größten Veranstaltungen zum Thema Games aus alles Bereichen. Selbst die Bundeswehr ist dort vertreten und sucht nach den Soldaten

der Zukunft.

Die Menschen die sich hier treffen eint die Leidenschaft zu Spielen aller Art: von den oft unnötig verteufelten EgoShootern, über Simulations- und Onlinerollenspielen bis hin zur altbekannten aber mittlerweile technisch fortschrittlichen Konsole ist alles vertreten.

Ich selbst bin seit 15 Jahren in der World of Warcraft unterwegs, praktisch von der ersten Stunde des bekannten Klassikers. Eine Welt die nach außen hin mittelalterlich wirkt, von Magie und dem Kampf Gut gegen Böse geprägt ist – so wie man sich das eben vorstellt. Doch die Geschichten die sich in dieser Welt abspielen gehen viel mehr in die Tiefe als Außenstehende ahnen, haben viel mit unserer greifbaren Welt gemein: Politik und Intrigen, die Konkurrenz zwischen Religionen und korrupte wie auch machtgierige Geistliche (allen voran der ehemalige Bischof von Sturmwind), Völker die aus ihrer Heimat vertrieben werden und Schutz suchen in der Fremde, Waisenhäuser mit Kindern deren Eltern im Krieg starben, Friedhöfe mit Grabsteinen auf denen die Lebensgeschichte der Verstorbenen nachzulesen ist, dann aber auch Gasthäuser in denen gelacht und getrunken wird. All das und noch viel mehr.

Inmitten dieser Geschichte befindet sich der Spieler, der sich seine Rolle aussucht und lebt was er im realen Leben nicht sein kann oder darf: Ein Krieger der die Schwachen mit seinem Schild beschützt, ein Priester der die verwundeten heilt, ein Paladin der die Kräfte eines unsichtbaren Gottes anruft um das Böse zu vertreiben, der schrullige Zauberer oder naturverbundene Druide, der Schamane der mit den Elementen spricht oder der böse Hexer der versucht die Dämonen zu kontrollieren – Alle jedoch mit dem Ziel, den Planeten und ihre Heimat zu schützen in ritterlicher Manier.

Schon immer wollten die Menschen dem Alltag entfliehen, sich vorstellen etwas heldenhaftes zu tun. Waren es einst die Geschichten in Büchern und noch früher die Barden und Minnesänger an den Höfen und Burgen die die Menschen entführten hin heldenhafte Welten, so sind es heute die Onlinespiele in denen Menschen sich verlieren dürfen und sollen um ihre ritterliche Seite auszuleben.

Wir Menschen haben ein ganz großes uns wertvolles Gerechtigkeitsbewusstsein. Dies wird in den Onlinerollenspielen oft trainiert und zusätzlich zu Hand- Augenkoordination und Geschicklichkeit, vermitteln diese Spiele ein hohes ethisches Bewusstsein.

Gerade in einer Welt in der die Religionen ihren Einfluss verloren haben, besonders auch im ethischen Bereich (was oft ihren eigenen Fehlern zuzuschreiben ist) zeigt sich der Wunsch der Menschen nach einer Welt die dies vermittelt und Spiele können hier die Aufgabe übernehmen soziale und moralische Werte zu vermitteln.

Jetzt könnte man sagen: Wozu braucht es dann noch Kirchen und Religionen, wenn die moderne Welt ihre Alternativen hat?

Die Frage ist berechtigt und soll zum Nachdenken anregen. Wenn wir als Vertreter von Kirche und Religion unseren Platz in der Welt nicht finden, werden wir aussterben. Andererseits basieren gerade die Werte in den modernen Alternativen, wie den Onlinerollenspielen, auf denen der christlichen Moral und den Werten die aus dem Christentum erwachsen sind.

Es ist unsere Aufgabe mit den modernen Medien umzugehen, sie zu nutzen und auf jene zuzugehen die sogenannte NativeUser sind und keinen Sinn mehr im Gebet in einer realen Kirche sehen und sich stattdessen zu virtuellen Trauungen in Welten aus Bits und Bytes treffen.

Aber auch die Generationen vor der Generation Virtual Reality sind gefordert: Nicht alles verteufeln und ablehnen was die jungen Menschen machen. In den Dialog treten und offen sein ist hier

wichtig, denn die Jugend hat es im positiven Sinne faustdick hinter den Ohren: Sie prägen unsere Zukunft und nur wenn wir offen für ihre Ideen sind, sind sie auch offen für unsere Gedanken und nur dann haben auch wir als Kirchen, Geistliche und die Religion an sich mitgenommen zu werden in die Zukunft.

 

In diesem Sinne: Lasst uns miteinander „spielerisch“ die Zukunft gestalten!

 

Euer: Michael Hoppmann



pixabay.com/users/Free-Photos
pixabay.com/users/Free-Photos

Wort zum Sonntag am 20. Sonntag im Jahreskreis

 

 31 Jahre später

 

Auch heute wird sie an das liebevoll gepflegte Grab ihrer Tochter gehen. Vielleicht wird sie frische Blumen auf die letzte Ruhestätte ihres Kindes legen. Vielleicht hält sie aber auch nur inne. Schweigend, dem Schmerz der Erinnerung ausgesetzt. Oder auch im Gespräch mit der Toten. Auch ein Gebet könnte es sein, dass sie laut oder leise spricht. Überlassen wir es ihr der Mutter ganz allein, wie sie heute am 31. Todestag ihres Kindes diesem schrecklichen Ereignis gedenkt. Sie war noch sehr jung. Gerade 18, als sie bei einem Schusswechsel zwischen der Polizei und den Geiselnehmern tödlich verletzt wurde. 
Eingangs habe ich Vermutungen genannt, nach welchem Muster die Mutter der getöteten jungen Frau heute auf dem Friedhof ihrem Kind, das ihr genommen wurde gedenkt.
Da, wo ich keine Vermutungen anstelle ist, dass ich fest daran glaube, dass die trauernde Mutter nicht alleine ist mit ihrem Schmerz. Trauernde erfahren die tröstende Liebe Gottes. Er ist der liebende Vater, der auch heute jene Mutter in seine tröstenden Arme schließt, die vor 31 Jahren ihr Kind auf grausame Weise verloren hat. Es ist ein Gott des Lebens und der Hoffnung. Das Leben der Silke Bischof wurde ihr vor 31 Jahren auf der Erde genommen. Sie lebt es aber unendlich weiter in ihrer ewigen Wohnung bei Gott. Dort wird sie eines Tages an der Himmelspforte stehen und ihre Mutter in Empfang nehmen. Dieses Bild vor Augen zu haben wünsche ich der Mutter von Silke Bischof und all den Menschen, die um einen  Menschen, der ihnen sehr nahe stand trauern. Dieses Bild enthält für mich Trost, Hoffnung und Wiedersehensfreude zugleich. Und letztere wird kein Ende haben, wenn man an der Tür zum Paradies von jenen Seelen abgeholt wird, die einem vorausgegangenen sind und schmerzlich vermisst wurden. 
Lasst uns heute beten für die ums Leben gekommenen und Lebenden Opfer sowie ihre Angehörigen, deren Schicksal sich durch das Geiseldrama von Gladbeck auf tragische Art verändert hat.
Ihr Diakon 
Carsten Kempen 


pixabay.com/users/ Pexels
pixabay.com/users/ Pexels

Wort zum Sonntag am 19. Sonntag im Jahreskreis

 

Am heutigen Sonntag wollen wir einmal in den Text der zweiten Lesung aus dem Hebräerbrief schauen.

Dieser Bibel Text des 19. Sonntag im Jahreskreis, steht im Zeichen des Glaubens.

Der Heilige Apostel Paulus kennt auch aus seinem persönlichen Leben die brennende Frage, was ist der Glaube , und wie kann ich diesen anderen Menschen erklären.

 

Dazu sagt er aus, dass der Glaube ein Feststehen in einer Überzeugung ist, dass sich schlecht beschreiben oder gar sehen lässt.

Die Welt des Glaubens ist also ein Wissen oder gar eine persönliche Überzeugung, die uns Dinge sehen und verstehen lässt, die eigentlich nicht erklärbar oder visuell fassbar sind.

 

Wer hat Gott gesehen ?

 

Und dennoch gibt es Menschen, die davon überzeugt sind, das es einen Gott gibt. Sie begründen ihren Glauben durch kleine Wunder in ihrem Leben. Aber auch durch die übernatürliche Bewahrung durch die göttliche Vorsehung.

Der Glaube an Gott wird für viele Menschen spürbar in der Betrachtung der Schöpfung. Gerade die Natur lädt Menschen der heutigen Zeit ein still zu werden und Gott in der Schöpfung zu entdecken.

Wie sich der Glaube entwickelt oder wo wir uns mit dem Glauben identifizieren und Gott finden kann niemand pauschal erklären. Gott zeigt sich jedem Menschen ganz Individuell und dem Charakter und der Begabung des Menschen entsprechend.

Auch ich bin vom Glauben überzeugt. Auch ich durfte Gott in meinem Leben so wunderbar und vielfältig erfahren, dass ich feststehen kann in der Überzeugung, das mein Glaube an Gott real ist, auch wenn ich ihn nicht direkt sehe. Der Glaube erst macht es mir möglich, Gott in den großen und kleinen Dingen des Lebens zu erleben, und aus dieser Fülle darf ich leben.

 

,, Sehen heißt nicht glauben! Aber glauben heißt Sehen."

Diesen Spruch habe ich vor einigen Jahren einmal in der Seelsorge gehört und seit dem lässt mich dieser nicht mehr los.

 

Ich denke es trifft den Kern der Sache. Paulus versuchte mit ähnlichen Worten zu erklären was glauben heißt.

Glauben heißt an einem Gott festzuhalten der mich geschaffen hat, der mich kennt und der mich durch mein Leben mit seiner Liebe und Vorsehung begleitet.

Glauben ist eine Hoffnung, dass auch schreckliche Dinge ein Ende haben und sich alles zum Guten kehrt.

Glauben ist auch Leben. Ja viele Menschen die überzeugt von ihrem Glauben sind schenken sich durch ihre Überzeugung geführt ganz in Gottes Hand und gehen ins Kloster oder folgen dem Ruf in ein geistliches Amt.

Ja Glaube kann Leben verändern. Dies wird deutlich in so vielen Glaubenszeugnissen. Aber auch in der Seelsorge. Glaube ist etwas was wir also nicht beschreiben können. Jedoch können wir überzeugt sein von dem was wir glauben.

 

Ich möchte Sie einladen, sich einmal Gedanken über den Glauben zu machen vielleicht sogar mit diesen Fragen.

 

Woran glaube ich ?

Was glaube ich?

Kann das so wie ich es erlebe real sein?

Was macht mein Glaube mit mir?

Bin ich überzeugt von dem was ich glaube?

 

Gibt es Menschen die an das selbe wie ich glauben und sollte ich einmal in den Austausch mit ihnen treten?

Liebe Geschwister der Glaube ist eine lange Reise durch unser Leben und lässt sich oft erst durch die Sprache unseres Herzens oder auch in den Taten der Liebe fest machen und erkennen.

So wünsche ich Ihnen einen gesegneten Sonntag und eine gute Woche. Bleiben Sie behütet.

 

Ihr Pastor Tobias

Pastor der Unabhängig Katholischen Kirche UKK in der Seelsorgeregion Magdeburger Börde Harzvorland

 


pixabay.com/users/ Steve Buissinne
pixabay.com/users/ Steve Buissinne

Wort zum Sonntag am 18. Sonntag im Jahreskreis

 

Armut und Reichtum

 

Reichtum ist schon eine komische Sache: Ist man Arm, so sehnt man sich oft nach Geld und

Vermögen, ist man jedoch reich so ist das Geld oft eine Last und man ist zudem einsam.

Sendungen im TV zeigen uns oft ein Leben in Luxus, Menschen die im Geld schwimmen und deren Leben eine einzige große Party zu sein scheint. Andere Sendungen zeigen uns dann Menschen die so Arm sind, dass es oft zum Leben nicht reicht – so möchte man meinen.

Was davon ist nun die Realität?

Ich persönlich bin der Meinung, dass beides  überzeichnete Bilder sind. Zwar existieren Armut und Reichtum, oft auch in extremen Maß – jedoch sind sie nicht der Alltag.

So kann ein Mensch in absoluter Armut leben, dabei aber so mit sich zufrieden und glücklich sein, dass dies Reichtum für ihn bedeutet. Andererseits kann ein Mensch, der sich alles kaufen kann, etwas in seinem Leben so schmerzlich vermissen, dass er sich Arm und sogar elend fühlt.

Reichtum, das bedeutet für mich nicht etwas das greifbar ist. Dafür habe ich im Leben zu viel durchgemacht und ich weiß das man wenn man viel hat, auch viel verlieren kann.

Reichtum ist für mich persönlich das Wissen das ich mir angereichert habe, der Glaube der mir immer wieder geholfen hat wenn ich vor Herausforderungen stand und dann natürlich die Menschen die immer für mich da sind.

Reichtum ist für mich nichts greifbares, eher etwas ideelles, denn mir ist klar, dass ich nichts von dem mitnehmen kann was ich hier auf Erden besitze. Alles muss ich zurücklassen: meine Bücher, mein liturgisches Gerät und eben auch jeden Cent den ich besitze. Nichts von dem was ich mir auf Erden angehäuft habe wird mir bleiben.

Doch was sollte mein Herz auch daran hängen? Erwartet mich doch im Paradies ein Reichtum der mit menschlichen Maßstäben nicht zu fassen ist: Die Gegenwart Gottes, all die lieben Menschen die mir vorangegangen sind und das ewige Leben.

Dennoch dürfen wir unser hier und jetzt genießen, da spricht nichts dagegen. Bedingung ist jedoch das wir nicht egoistisch sind, andere nicht ausblenden und bereit sind auch mal zu teilen – das erspart uns vor Allem auch eine unnatürliche Einsamkeit im Hier und Jetzt.

Ihr Diakon 
Michael Peter Hoppmann


pixabay.com/users/mev
pixabay.com/users/mev

Wort zum Sonntag am 17. Sonntag im Jahreskreis

 

Das goldene Ei 

 

 

 

 

Wenn wir an ein goldenes Ei denken, verbinden wir dies mit etwas für uns Menschen sehr Kostbaren. Kostbares behandelt und pflegt man in der Regel besonders gut. In der Regel. Als Freund italienischer Krimis las ich vor kurzem ein Buch mit dem Titel: "Das goldene Ei". Das Werk befasste sich mit dem Schicksal eines jungen Mannes, der taubstumm war und durch die Einnahme einer Überdosis Tabletten ums Leben kam. Wie sich am Ende der Lektüre herausstellte war der Mutter des Verstorbenen die Existenz ihres Kindes, das nicht sprechen und hören konnte derart unangenehm, dass sie das Kind versteckte und nie behördlich hat erfassen lassen. Sie versteckte ihr eigen Fleisch und Blut vor der Öffentlichkeit. Zum Ende des literarischen Werkes konnte nicht geklärt werden, ob das Todesopfer mit Absicht die Medikamente nahm oder diese mit Süssigkeiten verwechselt hat, da sie "Smarties" sehr ähnlich sahen. Was will uns die Autorin mit diesem Buch sagen, würde jetzt die Frage eines Deutschlehrers lauten, der mit seinen Schülern den Lesestoff im Unterricht bearbeit hat. Gerne nehme ich mir die Freiheit die Antwort zu liefern. Das Werk will uns zeigen, dass nicht wie die Mutter im Buch es tat, ein Kind aufgrund einer Behinderung zu verstecken ist. Das Kind mit der Behinderung ist ein Kind Gottes sowie es das Kind, das ohne eine Behinderung zur Welt kam auch ist. Beide Kinder sind ein goldenes Ei. Etwas besonderes und kostbares, das Eltern als Geschenk sehen dürfen und von daher kranke und gesunde Kinder gleichberechtigt mit großer Liebe zu betreuen sind. Dies gelingt. Mir sind viele Familien bekannt in denen das Kind, das taubstumm auf die Welt kam genau die gleiche Fürsorge erfährt wie sein Geschwisterkind, das ohne eine Behinderung das Licht der Welt erblickte. Wie Jesus schon sagte: "Die Kranken brauchen den Arzt, nicht die Gesunden". Danach lasst uns alle handeln als Menschen. Unabhängig von unseren Berufen. Bringt den Menschen mit Behinderung die gleiche Wertschätzung, Liebe und den notwendigen Respekt entgegen, wie Sie oder Ihr es auch bei den Menschen tut, die von keiner Behinderung betroffen sind. 
Ihr Diakon 
Carsten Kempen 


pixabay.com / RyanMcGuire
pixabay.com / RyanMcGuire

Wort zum Sonntag am 16. Sonntag im Jahreskreis

 

Liebe Freunde und Geschwister im Herrn, liebe Besucher unserer Homepage.

Das heutige Wort zum Sonntag möchte ich unter das Thema stellen :

,,Dankbarkeit in Gott gegründet, sorgt für ein zufriedenes Leben"

In der heutigen Zeit und Gesellschaft stehen wir als Menschen immer unter einem gewissen Erwartungs- und Leistungsdruck. Unser Leben wird scheinbar durch diese äußeren Erwartungen Anderer bestimmt und geprägt.

Nur wer dies und jenes leistet ist angesehen.

Es geht schon los mit der Erwartung eines überdurchschnittlichen guten Schulabschlusses unserer Kinder. Oder auch das Erlernen oder Studieren eines besseren Berufes, der so viel Geld in die Kassen spült damit man mit anderen mithalten kann und sich nicht die Blöße geben muss, finanziell schlechter da zu stehen als andere.

Wer nicht mithalten kann wird schnell an den Rand gestellt - mit einer bloßen Verurteilung der Person.

Das schönste Haus soll es sein, das teuerste Auto, ein toller Job - auch wenn man keine Lust auf diesen Beruf hat, Hauptsache das Geld stimmt und ich kann einen hohen Lebensstandard halten.

Niemand wagt es gern sich gegen den Mainstream zu stellen damit man in der breiten Masse nicht aus dem Ruder läuft.

Doch macht uns dieser Druck und das Geld wirklich glücklich?

Ich bin überzeugt davon dass es uns auf die Dauer nur krank und kaputt macht.

Denn wichtiger noch als Geld und Leistung, ist die körperliche und geistige Gesundheit. Denn diese ist wichtig für ein fröhliches und ausgeglichenes Leben.

Gott ruft uns auf, sich nicht den Idealen und dem Mainstream der Massen anzuschließen oder sich unterordnen zu müssen. Gott legt mehr Wert darauf, das wir alle ganz Individuell sind und so leben wie er es uns schenkt und ermöglicht. Denn nur wenn wir uns nicht den Fängen des Geldes und des Leistungsdrucks unterordnen, werden wir eine Freiheit haben die uns atmen und glücklich leben lässt.

Ja Gott möchte das wir erkennen dass wir so wie wir sind gut sind und das wir nicht diesen Erwartungen nachlaufen müssen sondern das alles so geschieht wie er es für uns angedacht hat. Denn Gott weiß, was uns gut tut und glücklich macht.

Wenn wir das erkannt haben können wir dankbar sein und dann ist die Freiheit in Christus nahe.

So ermutige ich Sie und Euch, probiert doch einfach einmal aus, alles etwas herunter zu fahren, sich die Last von den Schultern nehmen zu lassen und einfach einmal durchzuatmen.

Das Leben ist zu kurz und alles hat seine Grenzen.

Mainstream ändert sich häufig aber das Leben das wir haben, ist einmalig.

Lassen wir uns durch die Dankbarkeit von Gott befreien. Wir können mit dem nötigsten zufrieden sein, denn dann ist auch Zeit sich an den kleinen und wesentlichen Dingen zu erfreuen.

Gott dankbar zu sein heißt sich auch bewusst zu machen, ich habe alles was ich brauch und ich habe noch Zeit für meine Familie und Freunde aber auch noch Zeit für mich selbst.

Leistung ist nicht alles im Leben und ein hoher Lebensstandard ist toll aber am Ende des Lebens hat das alles keinen Wert mehr.

Gott nahe zu sein ist mein Glück heißt es. Und darauf dürfen wir vertrauen.

 

Gottes Segen

 

Ihr Pastor Tobias



Bild: Pixabay
Bild: Pixabay

15. Sonntag im Jahreskreis

 Mit der Not anderer leben 

Südafrika habe ich seit dem Jahr 2008 achtmal bereist. Sehr verbunden fühle ich mich dem Westkap. Insbesondere der Stadt Cape Town. Ich möchte behaupten können, dass ich von den schönen Seiten dieser Metropole und der Westkapregion vieles gesehen habe und kenne, aber es dennoch eine Lücke bei all diesen Reiseerfahrungen gibt, die ich unbedingt schließen möchte. 
2020 werde ich aller Wahrscheinlichkeit nach Kapstadt besuchen. Bei diesem Besuch wird alles etwas anders werden. Anstatt wie zuvor im Stadtteil Sea Point in einer Touristenunterkunft zu wohnen, werde ich 10 Tage in einem Armenviertel der Stadt einem sogenannten Township wohnen. Armut, Hunger, Krankheit und Gewalt sind dort an der Tagesordnung. Kirche soll schließlich dahin gehen, wo es weh tut.
Der heilige Kamillus von Lellis, dessen die Kirche an diesem Sonntag gedenkt, hat den Orden der Kamillianer gegründet. Der Orden hat sich bis heute der Pflege kranker Menschen verschrieben. Er war ein Priester, der Kranke, Arme und Strafgefangene betreute. Letztendlich war dieser Kirchenmann ein jemand, der ein gutes Beispiel dafür war, dass Kirche dahin geht, wo es weh tut. Er ging dorthin, wo Menschen in Not leben. Der Not der Menschen möchte ich mich in 15 Monaten in Südafrika stelle. Sich der Not unserer Mitmenschen zu stellen, dass können wir alle bereits schon hier vor unserer Haustür, was ich auch mache. Es reicht schon aus mit dem Bettler auf der Straße ein paar freundliche Worte zu wechseln. Auch so im Kleinen lässt sich bereits mit der Not anderer leben. Lassen Sie uns gemeinsam dem guten Vorbild des heiligen Kamillus folgen. 
Ihr Diakon
Carsten Kempen

 



Bild: Pixabay
Bild: Pixabay

14. Sonntag im Jahreskreis

 

Liebe Leserinnen und Leser, liebe Geschwister im Herrn.

Auch an diesem Sonntag wollen wir Ihnen ein gutes Wort mit in den Tag des Herrn und in die neue Woche geben.

Die Freude am Herrn ist unsere Stärke, so heißt es in der Schrift. Kennen wir diese Freude heute noch, in einer Zeit wo es in den Nachrichten aus der Welt nur um Krankheit Mord und Totschlag geht?

 

Kennen wir noch diese Freude wenn wir in Sorge sind um unser eigenes Leben und um das eines unserer geliebten Menschen?

Es ist nicht immer leicht in voller Freude durch den Tag zu gehen. Da gibt es den Ärger in der Familie oder im Beruf. Da ist die Fahrt mit dem Auto auf der Autobahn wo wir ausgebremst werden durch einen elendig langen Stau, welche uns an die Grenzen der Geduld bringt.

Aber bei der Freude am Herrn geht es weit mehr, als um ein breites Feiertags- grinsen.

 

Hierbei geht es um eine Freude die von innen heraus spürbar wird. Wir freuen uns dass wir eine sein dürfen mit unserem Herrn und das er als unser täglicher Begleiter und Freund stets an unserer Seite ist und uns auch dann mit Freude erfüllt, wenn uns eigentlich nicht danach ist.

 

Freude kann viel Sorge vertreiben auch wenn es nur für einen Moment ist.

Meine Freude am Herrn ist das ich sein Kind bin und er mich bedingungslos liebt trotz meiner vielen Ecken und Kanten sowie Sünden. Vielleicht liebt Gott uns gerade deswegen weil er uns aus unseren Fehlern befreien will so das auch wir aus unserer Sicht erkennen wie wunderbar Gott an mir handelt, im kleinen und im großen.

Für mich ist die Freude am Herrn aber auch die Gemeinschaft mit meinen Geschwistern im Glauben. Die gemeinsame Zeit die wir verleben, die Gemeinschaft in der Messe und im Gebet. Aber auch in der Seelsorge wenn ich anderen helfen kann , wird mir die Freude an Jesus zu meiner Stärke.

 

Gott stärkt uns mit Freude , Trost und Liebe und darauf dürfen wir alle Zeit zählen. Auch im Kummer macht er und stark und kann uns wieder Freude ins Herz schenken.

Lassen wir uns von der Freude im Herrn ergreifen und Leben wir so freudiger in den Tag und in die kommende Woche hinein.

 

Ihr Pastor

Tobias Schüßler



Bild:  Kunstzirkus  / pixelio.de
Bild: Kunstzirkus / pixelio.de

13. Sonntag im Jahreskreis / Hl. Otto von Bamberg

Einstehen für eine Sache, Einstehen sogar für den eigenen Glauben wird uns Menschen heutzutage nicht immer leicht gemacht. Wird man doch gebeten nicht über seinen Glauben zu sprechen oder man hört Sätze wie: "Finde ich toll, was Du machst, aber für mich ist das nichts". Immer mehr, werde ich Ohrenzeuge dieser Aussagen. Grade dann, wenn ich mit Menschen über die Themen Glauben, Kirche und meinen Dienst als Diakon spreche. Aber ich werde nicht müde am Ball zu bleiben und die Themen immer wieder zu thematisieren. Wenn wir als gläubige Menschen unseren Glauben an Gott oder wir als aktive Priester und Diakone unseren Dienst in der Kirche verschweigen, laufen wir Gefahr das der Glaube an die Untrennbarkeit von Glaube und Kirche ein jähes Ende hat. Der heilige Otto, dessen wir 30.06. gedenken, hielt Zeit seines Lebens an seinem Glauben fest. Einladen möchte ich alle Gläubigen dazu öffentlich zu ihrem Glauben zu stehen und ihn gemeinsam mit der Kirche zu praktizieren, bis Gott uns in sein Reich holt. 

Ihr

Diakon

 

Carsten

Kempen



Wort zum Sonntag - Dreifaltigkeit 2019

Bild: Pixelio.de (Baobap)
Bild: Pixelio.de (Baobap)

 

Baobap.

 

Das bedeutet Lebensbaum. Dieser Baum ist nicht in der heiligen Schrift erwähnt.

Er befindet sich unter Anderem auch in den botanischen Gärten von Kirstenbosch, das zu Kapstadt in

Südafrika gehört.

Vor über 6 Jahren schloss vor diesem Baum die isländische Schriftstellerin Elva Thordis ihren Ex Freund den australischen Sozialarbeiter Tom Stranger in den Arm. Man könnte sagen, dass dies nichts besonderes ist. Das kann ja auch noch heute vorkommen, dass sich zwei einst in Liebe verbundene Menschen trennen, aber über die Trennung hinaus im Guten miteinander verbunden sind.

 

So einfach war es bei den Beiden nicht. Im Gegenteil. Im Jahre 1996 war Tom Stranger als Austauschschüler in Island, wo er Elva Thordis kennenlernte.

Die Zwei verliebten sich ineinander und wurden ein Paar.

Eines Abends nach dem Besuch einer Party vergewaltigte Tom Stranger seine damalige Freundin ohne dafür von der isländischen Justiz belangt worden zu sein. Neun Jahre nach diesem schrecklichen Verbrechen bauten Täter und Opfer per Mail Kontakt zueinander auf.

Elva Thordis beschloss sich mit ihrem Peiniger zu treffen, weil sie ihm vergeben wollte. Dies gelang ihr, als sie ihren damaligen Vergewaltiger am besagten Baobap in den Arm nahm und ihm sagte, dass sie ihm seine Tat vergebe.

Immer da, wo Vergebung gelingt, immer da, wo der Friede zwischen Menschen und Völkern gelingt, ist die heilige Dreifaltigkeit dabei. Vater, Sohn und heiliger Geist. Sie stehen für Frieden und Vergebung. Beides geht von der

den Dreien aus.

Wenn Sie, wenn Ihr jemanden habt, dem ihr vergeben möchtet, so denkt an die heilige Dreifaltigkeit. Mit ihrer Unterstützung gelingt Vergebung.

Amen.

 

Ihr

Diakon

 

Carsten

Kempen



Wort zum Sonntag - Pfingsten 2019

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

 

Ganz herzlich grüße ich Sie zum Ersten Wort zum Sonntag, der Unabhängig Katholischen Kirche UKK, am heutigen Pfingstsonntag.

Fünfzig Tage lang haben wir nun das höchste Fest der Christenheit, das Osterfest, gefeiert.

Mit dem heutigen Fest feiern wir nun den Geburtstag der Kirche und damit auch den Beginn der Evangelisation der Menschen. Gott sandte seinen Heiligen Geist auf seine Jünger herab und befähigte sie die frohe Botschaft Jesu, das Evangelium, hinaus in die Welt zu tragen. Bis heute ist der Gute Geist Gottes ein täglicher Begleiter, Ratgeber und Mittler zwischen Gott Vater und den Menschen.

Durch Gottes Geist geschahen und geschehen auch heute noch Zeichen und Wunder an den Menschen und der Schöpfung Gottes.

Auch Pfingsten ist somit ein zentrales Fest der Christenheit.

 

Besondere Freude empfinde ich heute, da wir die Kapelle unsere Eremitage in Nordhessen ihrer Bestimmung übergeben und sie zur Ehre Gottes weihen.

Unsere Eremitin lebt an diesem Ort und die Kapelle, welche dem Heiligen Wendelin in besonderer Weise empfohlen wird, soll ein Ort der Ruhe, Einkehr und Anbetung Gottes sein.

Zu jeder Eremitage gehört ein Haus des Herrn, eine Kapelle , welche nicht nur Zuflucht und Kontemplation für den Eremiten, sondern auch für jeden Sinnsuchenden bietet.

 

Schon im Alten Testament der Bibel im Propheten Haggai wird uns deutlich gemacht, wie wichtig es ist, zu erst das Haus des Herrn zu bauen und dann den Segen Gottes für sein Dienst und Leben zu empfangen.

Gerade hier fühle ich mich sehr mit unserer Eremiten Schwester verbunden, die zu Beginn ihres Dienstes das Haus des Herrn baut und ihm ganz weiht, als Ort des Gebetes und der gelebten Nächstenliebe.

So wird auch am heutigen Pfingstsonntag, die Geburt einer Gemeinde Jesu gefeiert und daran erinnert, wie Jesus seinen Geist über seine geliebten Menschen aus gießt.

Möge Gott der Herr diesen Dienst segnen.

 

Ich wünsche Ihnen und ihren Lieben Gottes väterlichen Segen und seine unendliche Liebe. Möge er sie begleiten und auch in schweren Zeiten bei Ihnen sein.

 

Gott segne Sie

Pax et bonum

 

Es grüßt sie Pastor Tobias Schüßler aus der Seelsorge Region Magdeburger Börde/Harzvorland .


Image by congerdesign from Pixabay
Image by congerdesign from Pixabay

Wort zum Sonntag für Ostern

 

Die rollenden Steine

 

Als die Maschine mit dem Präsidenten von Ruanda am 06.04.1994 gegen 20.30 Uhr auf dem Flughafen von Kigali der Hauptstadt Ruandas landen wollte, wurde das Flugzeug von sowjetischen Raketen abgeschossen. Alle Menschen, die an Bord waren, kamen ums Leben. 
Nur kurze Zeit später wurde am gleichen die Regierungschefin des Landes ermordet. Die Garde des Präsidenten und ihre Verbündeten töteten über drei Monate lang Menschen aus der eigenen Bevölkerung. Die Anzahl der Todesopfer wird auf 800.000 bis 1.000.000 Menschenleben geschätzt. 
Eine Ministerin der neuen Regierung des Landes, ordnete Vergewaltigungen von Frauen an und benannte namentlich die Personen weiblichen Geschlechts, die Opfer dieses abscheulichen Verbrechens werden sollten. 
Durch die Entsendung ausländischer Soldaten, kehrte Ruhe in den Bürgerkrieg ein. Opfer konnten durch das ausländische Militär geschützt werden und Kriegsverbrecher wurden vor Gericht gestellt. 
Mittels einer Politik der Versöhnung, gelang es der Landesregierung die kriegerischen Auseinandersetzungen zu beenden. 
Der Stein für den Prozess des Friedens wurde somit erfolgreich ins Rollen gebracht, was viele Menschen, die aus Angst vor ihrer Ermordung und der Hoffnungslosigkeit hinsichtlich eines Waffenstillstands in Ruanda aus ihrer Heimat geflüchtet waren. 
Die Hoffnung darauf, dass Jesus am Ostertag von den Toten aufersteht und den Stein von seinem Grab ins Rollen brachte, um dieses zu verlassen, hatten Maria Magdalena und Christi Jünger zu diesem Zeitpunkt noch nicht gehabt. 
Aber schon bald wird ihnen der Wiederauferstandene, dessen Übergang vom Tod ins Leben wir heute feiern, gegenüberstehen. 
Ich wünsche Euch/Ihnen ein frohes und gesegnetes Osterfest sowie viel Gesundheit.
Ihr/Euer 
Diakon
Carsten Kempen